Superheld der Unterwelt

Unter unseren Füßen ist ständig was los: Tief verborgen in der Erde buddelt und frisst der Regenwurm den ganzen Tag. Ein wichtiger Job, denn damit hält er den Boden in Schuss. Doch leider gibt es immer weniger von den nützlichen Helfern.  

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Am vorderen dünnen Ende des Regenwurms sitzt der zahnlose Mund.  | Foto: Sebastian Gollnow
Am vorderen dünnen Ende des Regenwurms sitzt der zahnlose Mund. Foto: Sebastian Gollnow
Wenn ihr draußen auf der Wiese spielt, steckt mal mit vier sehr großen Schritten im Viereck ein Quadrat ab. Damit habt ihr etwa einen Quadratmeter. Was denkt ihr, wie viele Regenwürmer auf dieser Fläche in der Erde leben? 10? 50? Von wegen: Es sind mindestens 200, und wenn es eine Wiese mit gutem Boden ist, können es auch mal locker 1000 sein. Auf der ganzen Welt leben mehr Regenwürmer als Menschen, sehr viel mehr. In Deutschland haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler 46 verschiedene Arten entdeckt, weltweit gibt es ungefähr 3000.

Lockerer Boden

Er ist blind, hört nichts und sieht – sind wir mal ehrlich – nicht besonders toll aus. Doch das Äußere täuscht. Denn der Regenwurm ist ein echter Superheld, der im Verborgenen dafür sorgt, dass Pflanzen und Bäume gut wachsen können. Und wir somit Obst und Gemüse ernten können. Dafür gräbt er sich in kleinen Tunneln durch den Boden. Klingt einfach, ist aber Schwerstarbeit: Der Regenwurm schiebt dabei nämlich Erdbröckchen beiseite, die 60-Mal so schwer sind wie er selbst. Das ist, als würdet ihr mal eben drei Kühe tragen.

Durch das Tunnelsystem wird der Boden gelockert. Wunderbar, denn lockerer Boden kann Wasser sehr viel besser aufnehmen und speichern als fester Boden. Das ist vor allem dann praktisch, wenn es längere Zeit nicht regnet, so können die Pflanzen sich an den Wasservorräten im Boden bedienen.

Prima Dünger

In sein unterirdisches Zuhause zieht sich der Regenwurm abgestorbene Pflanzenteile. Die kann er nicht gleich fressen, weil er keine Zähne hat. Also wartet er, bis Bakterien und Pilze sie zerkleinert haben, dann lässt er es sich schmecken. Sein Mund sitzt vorne, das ist das dünne, dunklere Ende des Wurms. Er frisst unheimlich viel: an einem Tag etwa die Hälfte seines eigenen Gewichts. Wie viel wäre das bei euch?

Der Kot des Regenwurms enthält große Mengen an Nährstoffen, er ist ein super Dünger. Und weil er sich ständig durch die Erde gräbt, verteilt er den auch gleich perfekt. Auf einem Stück Boden, in dem viele Regenwürmer leben, können Pflanzen also prächtig wachsen.

Badischer Riesenwurm

Auch wenn es noch enorm viele Regenwürmer gibt: Es werden weniger. Die Naturschutzorganisation WWF sagt, dass es den Regenwürmern schlecht geht, weil zum Beispiel auf Äckern nur noch eine Pflanzensorte angebaut wird. Da finden sie kaum was zu fressen. Auch zu viel Dünger schadet ihnen, oder wenn zu oft gepflügt wird – das ist lebensgefährlich. Außerdem brauchen die Würmer Feuchtigkeit, bei zu viel Hitze vertrocknen sie. Und wir verlieren dann unsere besten Bodenpfleger.

Der größte Regenwurm der Welt kann übrigens bis zu drei Meter lang werden, er lebt in Australien und heißt Karmai. Bei uns begegnet man eher dem größten Regenwurm Europas. Also Augen auf, wer in der Gegend um den Feldberg unterwegs ist. Vielleicht erspäht ihr mal einen Badischen Riesenregenwurm, der misst immerhin bis zu 60 Zentimeter, wenn er sich richtig ausstreckt.
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