Hauptversammlung

Badische Jäger in Lörrach verzeichnen einen Mitgliederrekord

In Lörrach engagieren sich die Jäger für Wildtiermanagement und Waldumbau. Kreisjägermeister Alex Rose kritisiert jedoch die Behörden für ihre strikte Haltung.  

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Langjährige Mitglieder haben zahlreiche Ehrungen entgegen genommen.  | Foto: Badische Jäger
Langjährige Mitglieder haben zahlreiche Ehrungen entgegen genommen. Foto: Badische Jäger

Die Kreisjägervereinigung Badische Jäger Lörrach verzeichnet mit 921 Erstmitgliedern einen Höchststand und engagiert sich intensiv für den Artenschutz im Schwarzwald. Bei der Hauptversammlung Ende März in der Altrheinhalle Märkt standen vor allem die Themen Wildtiermanagement und Waldumbau im Fokus der Diskussionen.

Kreisjägermeister Alex Rose berichtete über die neue Interessengemeinschaft Auerwild am Feldberg, die durch Fuchsbejagung und Habitatpflege zum Erhalt der Auerhühner beiträgt. Die ebenfalls neue Gamshegegemeinschaft Scharfenstein/Belchen-Blauen soll ein modernes Wildmanagement ermöglichen, das den Weg zu angepassten, gesunden Gamswildbeständen ebnet. Allerdings kritisierte Rose die Kreisbehörden für ihre strikte Ablehnung von Aufnahmeanträgen einzelner Reviere mit Gamswildvorkommen. Die politischen Grenzen des Landkreises seien keine sinnvolle Begrenzung für den natürlichen Lebensraum der Gämsen. Wenn man es mit Hege – neudeutsch: einer verantwortungsbewussten, nachhaltigen Bewirtschaftung – dieser den Schwarzwald prägenden Wildart ernst meine, bedürfe es einer Nachbesserung, heißt es in einer Pressemitteilung.

Besondere Aufmerksamkeit widmen die Jäger dem Rückgang der Rebhuhnbestände, die in den vergangenen 50 Jahren um mehr als 90 Prozent eingebrochen sind. Die Jägerschaft bringt sich aktiv in die Biotopverbundplanungen des Landkreises ein. Auch beim Artenschutzprojekt Luchs gab es Neuigkeiten: Nach dem Verlust der 2023 ausgewilderten Luchskatze "Finja", die im Juli 2024 an der Staupekrankheit verendete, wurde kürzlich ein bisher unbekannter Luchs bei Binzen überfahren. Diese Rückschläge beeinträchtigen das landesweite Luchsauswilderungsprogramm, das bis 2027 zehn Luchse auswildern will, um den Bestand zu stabilisieren.

Kein "Waldumbau mit der Büchse"

Hinsichtlich des zweiten aufgetretenen Falls der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Baden-Württemberg Anfang März 2025 nördlich der A6 bei Mannheim konnte Rose berichten, dass mittels der dort unmittelbar eingeleiteten Maßnahmen eine weitere Ausbreitung in der Fläche verhindert werden konnte. In Lörrach seien die Jäger mit den durchlaufenen Übungen und der Bildung von potenziellen Bergeteams gut vorbereitet.

René Greiner, Hauptgeschäftsführer des Landesjagdverbandes, sprach sich entschieden gegen eine Verlängerung der Jagdzeiten für Rehwild aus. Er betonte, dass ein "Waldumbau mit der Büchse" der falsche Weg sei, und forderte stattdessen einen ganzheitlichen Ansatz beim klimabedingten Waldumbau, der die Bedürfnisse aller Wildarten berücksichtigt. Eine Jagdzeit bis Ende Januar entspräche keinem verantwortungsbewussten und jagdethisch angemessenen Umgang mit den Schalenwildarten. Anstatt die Schon- und Ruhezeiten der Wildarten weiter zu beschneiden und den Jagddruck zu erhöhen, bedürfe es eines ganzheitlichen Ansatzes, der sämtliche Faktoren berücksichtige, die den Verbiss dieser Wildarten an potenziellen Bäumen begünstigen.

Ehrungen: Karlfrieder Graf (Verdienstmedaille KV); Claudia Senn, Andreas Mikat (Verdienstnadel KV); Hans Bär (50 Jahre), Norbert Harter (Verdienstnadel KV), Uwe Hammer (Verdienstnadel KV), Horst Kramer (Verdienstnadel KV), Willi Gottesleben (60 Jahre), Reinhold Krevet (60 Jahre), Helmut Michel (60 Jahre), Kreisjägermeister Thomas Sattler, Heinrich Petermann (50 Jahre)

Schlagworte: Alex Rose, Willi Gottesleben, Reinhold Krevet
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