Führungskräfte

Unterstützung von Führungskräften durch Coaching

Verlagsthema Viele Führungskräfte profitieren von Coaching. Tatjana Braun, Wirtschafts-Psychologin aus Ettenheim, erzählt im Interview, wie ein Coaching abläuft und was es im besten Fall bringt.  

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Jedes Coaching startet mit einem Kennenlernen, quasi einem Sympathiecheck für beide Seiten. Foto: Michael Korzycki
BZ: Wie sind Sie selbst Coach geworden, und was hat Sie dazu bewegt, in diesem Bereich zu arbeiten?

Zum Coaching bin ich durch meine Freude an Menschen, an unterschiedlichen Persönlichkeiten gekommen. Nach meinem Abschluss als Diplom-Psychologin und einer ersten Coaching-Ausbildung gehörte ich in den späten 1990er Jahren bereits zu einem Team interner Coaches in der Automobilindustrie, die intensiv den Mehrwert von gezieltem Coaching nutzte.

BZ: In welchen Bereichen sind Sie spezialisiert, und mit welchen Arten von Führungskräften arbeiten Sie hauptsächlich?

Durch die langjährige Erfahrung in produzierenden Unternehmen unterstütze ich oft Coachees aus dieser Branche. Zugleich sind mir Service, Kundenorientierung, Vertrieb und Verkauf auch sehr vertraut aus der Beratung von Banken und vielen anderen Dienstleistern. Zudem coache und berate ich aktuell auch im öffentlichen Dienst. Vermutlich ist genau diese Vielfalt meine Nische oder Spezialisierung. Häufig sagen Coachees so etwas wie "was ich ihnen jetzt erzähle, haben Sie bestimmt noch nicht gehört". Sehr oft kann ich danach sagen, ich habe es selbst schon so ähnlich erlebt und zum Glück gute Lösungswege dafür gefunden.

BZ: Wie läuft ein typisches Coaching ab? Gibt es bestimmte Methoden, die Sie anwenden?

Jedes Coaching startet mit einem Kennenlernen, quasi einem Sympathiecheck für beide Seiten und einer soliden Klärung der Anliegen und des Auftrags. Der Verlauf danach hängt von sehr vielen Faktoren ab. Dies kann zum Beispiel der Zeitdruck der eingebrachten Themen sein, wenn ein berufliches Projekt ansteht, das an Termine gebunden ist. Es kann gesundheitlich mentaler Druck sein, eine jahrelange Überlastungssituation etc.

Manchmal ist es auch einfach der Wunsch sich neu zu sortieren, sich für die nächste Arbeits- und Lebensphase gut auszurichten. Aus den vielen Erfahrungen in 25 Jahren Beratungsprojekten habe ich gelernt, dass wirklich jeder Coachingprozess sehr individuell ist. Meine Freude an Flexibilität und meine Studiengänge der Psychologie, Wirtschaft und Psychotherapie sind hier eine gute Kombination. Bisher konnte ich mit jedem Coachee für seine Anliegen gute nächste Schritte finden. Häufig ist auch Teil des Prozesses herauszuarbeiten, dass noch mehr Themen mit hineinspielen als im ersten Anliegen formuliert.

BZ: In welchen Abständen treffen Sie sich mit der Führungskraft?

Die Treffen sind meistens alle 14 Tage, damit auch zwischen den Terminen schon Dinge ausprobiert werden können und Veränderungen in die gewünschte Richtung angestoßen werden können. Bei großem Zeitdruck kam es auch schon vor, dass wir uns zweimal pro Woche verabredet haben. Zum Beispiel, wenn sich die Führungskraft für einen wichtigen Auftritt oder ein besonderes Meeting mit mir vorbereitet hat.

BZ: Welche Themen oder Herausforderungen beschäftigen Führungskräfte aktuell?

Aktuell kommen viele Führungskräfte ins Coaching aufgrund persönlicher Überlastungssituationen oder auch mit Sinnfragen, wie sie ihr Arbeitsleben weiter gestalten wollen. Gerade Kunden aus der Geschäftsleitung beschäftigen strategische Fragen, Mitarbeiterführung, Motivation und Leistungsbereitschaft, Selbstführung, Umgang mit psychischen Krisen sind die Klassiker. Die Anliegen variieren auch immer je nachdem ob die Führungskraft das Coaching selbst zahlt oder ob das Unternehmen zahlt und die Anliegen im Dreieck Auftraggeber, Coachee und Coach eingebracht werden.

BZ: Wie unterstützen Sie Führungskräfte dabei, schwierige Entscheidungen zu treffen oder mit Teamkonflikten umzugehen?

Interessanterweise hilft es bei schwierigen Entscheidungen oft, den Blick und Weg nach innen zu gehen und sich Fragen zu stellen: Welche Werte leiten mich als Führungskraft? Was habe ich in meiner langjährigen meist erfolgreichen Biografie gelernt und kann es für anstehende Entscheidungen nutzen? Ergänzend gibt es tolle Entscheidungstechniken, die über die reinen ja/nein Entscheidungen weit hinaus gehen.

BZ: Welche Vorteile bringt das Coaching für Führungskräfte und ihre Unternehmen?

Den größten Vorteil beschreiben meine Klienten darin, dass sie die immer gleichen Verhaltensmuster, Gedanken- und Gefühlsschleifen im Coaching verlassen konnten. Und ihnen dies auch im Alltag immer besser gelingt. Ergänzend freuen sie sich über vielfältige konkrete neue Methoden, Techniken, Fähigkeiten bezogen auf ihre Themen und Ziele.

BZ: Welche Fähigkeiten oder Verhaltensweisen halten Sie für die wichtigsten, die Führungskräfte heute brauchen?

Eine gute Menschenkenntnis, hohe Flexibilität, die Bereitschaft immer wieder Neues dazu zu lernen und die Fähigkeit sich selbst gut regulieren zu können, um nicht über zu reagieren in Stress-Situationen oder auch auszubrennen. Kommunikative Fähigkeiten im Umgang mit Mitarbeitenden und Kunden sind ebenfalls sehr wichtig.

BZ: Gibt es ein Feedback oder eine Erfahrung von einem Klienten, die Sie besonders inspiriert hat?

Sehr viele! Denn jeder Aha-Effekt, jeder neue Schritt des Coachee inspiriert einen selbst immer wieder neue Wege zu denken und zu gehen. Oft ist auch die praktische Umsetzung der erarbeiteten Impulse völlig überraschend, kreativ und sehr inspirierend.

Tatjana Braun arbeitet als Wirtschafts-Psychologin im eigenen Beratungsunternehmen Procomea und als Schulpsychologin im Städtischen Gymnasium Ettenheim.

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Schlagworte: Tatjana Braun
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