BZ-Interview

Mal warm, mal grell

Ganz schön lang dunkel gerade – überall brauchen wir Lampen. In Sachen Licht ist Natalie Stark Spezialistin, ohne Leute wie sie wäre es auch auf Theaterbühnen duster. Stark ist von Beruf Veranstaltungstechnikerin. .  

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Natalie Stark beleuchtet auch Tanzpartys, wie hier im E-Werk in Freiburg. Foto: Natalia Stark
BZ: Frau Stark, Sie sitzen bei Konzerten, Tanz- und Theaterstücken hinter einem großen Lichtpult und steuern viele verschiedene Scheinwerfer. Was macht Ihnen an Ihrer Arbeit am meisten Spaß?
Stark: Besonders toll finde ich, wenn ich bei den Proben viel Zeit habe, um mit ganz unterschiedlichem Licht und Lichtpositionen zu experimentieren, und so Stimmungen kreieren kann. Schön ist auch der Moment, wenn die Premiere vorbei ist, alle happy und zufrieden sind.

BZ: Und was machen Sie mit dem Ergebnis Ihrer Experimente?
Stark: Meine Ideen bespreche ich mit den Theaterleuten und danach zeichne ich einen Plan, wie die Scheinwerfer gehängt werden sollen und programmiere die Abläufe in das Lichtpult. Das ist in einem großen Saal natürlich schwieriger als auf einer kleinen Bühne.

BZ: Was kann Licht erzählen?
Stark: Es kann bestimmen, ob es in einem Stück Tag ist oder Nacht, Sommer oder Winter. Licht kann fröhlich, traurig, geheimnisvoll oder gruselig sein, warm oder kalt, weich oder grell, farbig oder grau. Es kann ein einzelner Spot sein oder weit strahlen.

BZ: Haben Sie ein Lieblingslicht?
Stark: Ja, Licht von hinten finde ich toll, das macht spannende Umrisse und schafft viel Raum und Atmosphäre. Und ich mag türkisfarbenes Licht.

BZ: Was war die größte Katastrophe, die Sie je bei der Arbeit erlebt haben?
Stark: Da habe ich alle im Lichtpult gespeicherten Stimmungen kurz vor der Vorstellung versehentlich gelöscht – und geheult. Aber die Welt ist zum Glück nicht untergegangen, ich habe in Windeseile was anderes gebastelt und improvisiert. Blöd ist auch, wenn während der Vorstellung ein Scheinwerfer kaputt geht.

BZ: Was mögen Sie gar nicht an Ihrem Beruf?
Stark: Auf über fünf Meter hohe Leitern zu klettern, um Scheinwerfer zu montieren. Ich bin nicht schwindelfrei.

BZ: Auf was sind Sie stolz?
Stark: Darauf, dass ich den Umgang mit dem komplizierten Lichtpult mit seinen tausend Funktionen gemeistert habe und immer wieder Neues dazu lerne. Zum Beispiel die Steuerung der "Moving lights" – das sind Scheinwerfer, die sich nach allen Richtungen bewegen können und farbiges Licht machen.

BZ: Welche Eigenschaften braucht man für Ihren Beruf?
Stark: Man muss Technik mögen, sich für Theater und Tanz interessieren, gute Nerven haben und Stress aushalten können.

BZ: Und welche Lampe haben Sie überm Küchentisch?
Stark: Eine petrolfarbene Hängelampe. Licht ist mir auch zu Hause total wichtig.
Schlagworte: Natalie Stark
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