Bildung

Grundschüler spielen Gericht - Expertin lobt das Projekt in Karlsruhe

In Mini-Roben im echten Gerichtssaal: Viertklässler und Viertklässlerinnen in Karlsruhe dürfen mit verteilten Rollen Prozesse durchspielen. Was das bringen kann, erläutert eine Fachfrau.  

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Grundschüler der Gartenschule stehen i...ungsgerichts beim Einzug des Gerichts.  | Foto: Uwe Anspach (dpa)
Grundschüler der Gartenschule stehen in einem Verhandlungssaal des Karlsruher Verwaltungsgerichts beim Einzug des Gerichts. Foto: Uwe Anspach (dpa)

Schon Kinder können sich aus Sicht einer Expertin gut mit dem komplexen Thema Rechtsstaat befassen. "Das Grundschulalter ist eine ideale Zeit, um dieses Thema einzuführen", erklärte Eva Möhler aus dem Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie.

Einerseits sei das grundlegende Verständnis für Recht und Rechtsstaat da, erklärte sie mit Blick auf ein Verständnis für Regeln. Andererseits gebe es aber auch noch die kindliche Begeisterungsfähigkeit für Mitmachangebote wie Rollenspiele, "was ja in der Pubertät schnell mal "uncool" oder peinlich wird".

Das Verwaltungsgericht Karlsruhe etwa arbeitet seit einigen Jahren mit der Gartenschule zusammen. Schülerinnen und Schüler der vierten Klassen lernen Grundlagen des Rechtssystems und spielen im Gericht in verteilten Rollen Fälle durch. Dabei ging es zuletzt unter anderem um die Haltung von Waschbären, Ladendiebstahl und Schmerzensgeld nach einem Unfall in einer Trampolinhalle.

Positive Grundhaltung fördern?

Das Projekt könnte den Kindern vielleicht die Möglichkeit bieten, sich frühzeitig als relevante und wertvolle Bürger und Mitglieder eines Staates zu begreifen, erläuterte Möhler, die Direktorin der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie am Universitätsklinikum des Saarlandes ist. Die Erfahrung, für eine Gemeinschaft wertvoll, interessant und relevant zu sein, könnte eventuell eine positivere Grundhaltung fördern.

Auch selbst mitmachen zu dürfen, fördere eine gesunde Grundhaltung, die im Fachjargon Selbstwirksamkeitserwartung genannt werde. Es geht laut Möhler um das Gefühl, in der Gemeinschaft etwas bewirken und bewegen zu können. Das könnte womöglich politische Beteiligung auch langfristig fördern und Verdrossenheit reduzieren. Dies seien allerdings erstmal nur Hypothesen, die wissenschaftlich konkret evaluiert werden müssten und sollten, betonte sie.

Schlagworte: Eva Möhler

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