Finnland muss warten
Zwei Freiburger Schüler hatten ihre Koffer schon gepackt – dann brach der Vulkan aus.
Wir benötigen Ihre Zustimmung um BotTalk anzuzeigen
Unter Umständen sammelt BotTalk personenbezogene Daten für eigene Zwecke und verarbeitet diese in einem Land mit nach EU-Standards nicht ausreichenden Datenschutzniveau.
Durch Klick auf "Akzeptieren" geben Sie Ihre Einwilligung für die Datenübermittlung, die Sie jederzeit über Cookie-Einstellungen widerrufen können.
AkzeptierenMehr Informationen
"Der Vulkan hätte ja auch noch eine Woche warten können", sagt Matthias. Hat er aber nicht. Deshalb wurde auch der Flug von Frankfurt in Finnlands Hauptstadt Helsinki gestrichen. "Da haben wir die Koffer wieder ausgepackt", sagt Armendt. Statt mit den anderen Schüler aus drei europäischen Ländern gemeinsam eine Woche zu verbringen, sind die beiden wie immer jeden Tag nach Günterstal gefahren. Dort gehen die Jungs in eine Schule für Kinder und Jugendliche mit geistiger Behinderung.
Klar sind sie traurig, dass ihre Reise ausgefallen ist. Sie haben sich schon lange darauf gefreut, genauso wie ihre Mitschüler Denis, Niklas und Nuriye. Zu fünft sollten sie nach Finnland fliegen, begleitet von ihren Lehrern Agatha Trauth-Hog und Albrecht Weber. Die Günterstäler haben sich für den Schüleraustausch beim Comenius-Projekt beworben. Das ist ein Projekt, mit dem Politiker den Austausch zwischen Schulen in Europa fördern. Im November waren sind die Jungs nach Polen geflogen. "Das war aufregend", erinnert sich Matthias. Nach einer langen Reise mit Flugzeug und Bahn haben sie dort das erste Mal die Schüler aus Finnland, der Türkei und Polen getroffen. Gemeinsam haben sie sich nicht nur Städte angesehen, sondern auch viele Schulen. Und sie haben voneinander gelernt. Zum Beispiel, wie man Blindenschrift liest.
Wie sprechen die Schüler eigentlich miteinander? Finnisch? Türkisch? Deutsch? "Nein, englisch", erklärt Matthias. "Das geht ganz gut", sagt Armendt. Auch in Finnland wollten sie kleine Vorträge auf englisch halten. Sich selber vorstellen, zum Beispiel. Oder von ihrer Arbeit erzählen. Beide machen einmal in der Woche ein Praktikum. Das bedeutet, dass sie sich einen Beruf genauer ansehen. Matthias arbeitet in einem Supermarkt, Armendt in einer Gaststätte. "Die Vorträge können wir jetzt noch üben", sagt Matthias.
Stimmt, denn erst im Herbst soll das Treffen in Finnland nachgeholt werden. Bis dahin brauchen sie Geduld. "Das schaffen wir schon", sagt Armendt. Im Dezember geht es dann schon wieder auf große Reise. Dann werden alle vier Schulen sich in der Türkei treffen. Im Sommer 2011 ist zum Abschluss Günterstal dran. "Dann zeigen wir ihnen unsere Schule", sagt Matthias. Und natürlich Freiburg.
Die beiden sind stolz darauf, dass sie sich getraut haben, beim Schüleraustausch mitzumachen. Irgendwann wollen sie gerne noch weiter fliegen – zum Beispiel nach New York.