Schmutziger Donnerstag

Beim närrischen Rathaussturm in Lahr werden der Surfpark und Tempo 30 aufs Korn genommen

Die Narren haben in Lahr das Zepter übernommen. Zwei Themen dominierten beim Rathaussturm am Donnerstag: der reale Tempo-30-Bereich auf der B415 und der noch nicht realisierte Surfpark.  

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Die „Surferboys“ Tilman Petters (links) und Markus Ibert Foto: Endrik Baublies
Wir befinden uns am Beginn der fünften Jahreszeit. Die ganze Lahrer Verwaltung ist seit dem gestrigen Abend des Schmutzigen Donnerstags fest in Narrenhand. Die ganze Lahrer Verwaltung? Nein, nicht die ganze Lahrer Verwaltung! Wie immer glänzte Bürgermeister Guido Schöneboom, in dessen Dezernat auch der weitgefasste Bereich Kultur (samt Brauchtum) gehört, beim Sturm der Narren auf das Rathaus durch Abwesenheit.

Rathauschefs als Surferboys

Mit der Befreiung des Zottlis aus dem Grusiloch durch die vereinten Kräfte der Lahrer Narrenzunft und der Laubenhexen begann das Spektakel. Mit markerschütterndem Geschrei stürmten die Grusilochzottli aus dem Storchenturm und mengten sich unter das gemeine Narrenvolk. Sobald der Narrenbaum auf dem Rathausplatz in die Höhe gehievt war, versammelten sich die Narren im Hof des Rathauses zur Schlüsselübergabe.

Oberbürgermeister Markus Ibert und Baubürgermeister Tilman Petters verkündeten gutgemeinte Ratschläge in Versform abwechselnd und als "Surferboys" verkleidet.

Singen in der Tempo-30-Zone

Die Idee: Angeheuerte Biber aus dem Schwarzwald könnten mit ihren Fähigkeiten des Dammbaus aus der Schutter den begehrten Surfpark schaffen. Für den notwendigen Wellengang sorgten die vielen Barbershops in der Stadt mit den Dauerwellen.

Der Clou war der Bürgermeister-Vorschlag der Finanzierung.: "Wir könnten in der 30er-Zone singen und tanzen. Oder Wurst und Getränke verkaufen, Tempo 30 ist ja fast schon wie Laufen. Da haben die Leute Zeit für die Dinge am Wegesrand. Zum Beispiel für einen Würstchenstand. Oder mit viel Schaum die Autos waschen und föhnen; dafür werden die Leute schon löhnen."

Surfen auf der gestauten Schutter – und ein Wunsch

Auch den Brückenschlag zum Neubau des Klinikums schafften die Verseschmiede. Es wäre ja möglich, dass es beim Surfen auf der gestauten Schutter – mit oder ohne Dauerwelle – das eine oder andere Wehwehchen geben könnte. Das "Schutter-Biber-Becken" wurde bei den nächsten Reimen so etwas wie die "eierlegende Wollmilchsau". Kinder könnten da gleich noch schwimmen lernen.

OB Ibert hatte zuletzt einen Wunsch: "Wo wir grad sind bei der Politik: Ich fänd’s auch wirklich richtig schick, wenn der Lahrer Gemeinderat sich beteiligen würde. Die tun immer so, als sei’s eine Bürde. Aber neue Ideen sind doch wunderbar, nur leider häufig ziemlich rar. Vom Surfpark profitieren die nämlich auch. Da muss man stramm steh’n, nicht hängen wie ein Lauch. Auch ist man schneller als auf der B415 und kann Probleme mit Schwung angeh’n."



"Knachwurscht isch kei Servela"

Narrenruf in Lahr



Die Narren quittierten die Verse mit dem altgedienten Narrenruf, wonach "Knackwurscht kei Servela" sei. Und alles wäre Friede, Freude, Wellenreiten. Allerdings hatte sich Andreas Wehrle, Oberzunftmeister der LNZ, vorher bereits an der Geschwindigkeitsbeschränkung auf der B 415 – auf gut Alemannisch – festgebissen: Die B415 sei mit dem Tempo-30-Virus infiziert. Oder im Volksmund: Eile mit Weile. Der Zunftmeister kommentierte das so: "Hesch vorher nur an de rote Ample ins Lenkrad bisse, muesch dich jetzt uf de gonze Strecke bremse, des isch doch echt beschi …".



Schlagworte: Markus Ibert, de rote Ample, Andreas Wehrle
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