Freizeit
Wo man in Südbaden altes Handwerk erleben und ausprobieren kann
Butter stampfen wie vor Jahrhunderten, drechseln oder schmieden: Im Schwarzwald und in Südbaden wird an vielen Orten traditionelles Handwerk gepflegt. Dabei können Besucher zusehen und mitmachen.
Sa, 5. Apr 2025, 8:00 Uhr
Südwest
Thema: Ausflugstipps
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Lehmstampfen im Alamannen-Museum
Lehm stampfen – das ist ein herrlich matschiges Vergnügen. Aber nicht nur das. Denn dieser Lehm kann später dazu verwendet werden, stabile Wände zu bauen. Diese Erfahrung können Kinder (und Erwachsene) im Alamannen-Museum in Vörstetten machen.
Auch wenn es fürs Lehmstampfen noch zu kühl ist, gibt es viele andere Möglichkeiten, im Freilichtmuseum das Leben der Alemannen nachzuempfinden. Direkt am Ausgrabungsort einer frühalemannischen Siedlung wurde ein Gehöft mit Wohn-Stall-Haus, Schmiede, Töpferwerkstatt und Backofen rekonstruiert. Und hier gehört Mitmachen zum Programm: etwa bei der Saisoneröffnung am Samstag, 26. April, am Museumstag (18. Mai) und bei den regelmäßigen Hofbelebungen. Dann zeigen die Museumsmitarbeiter in historischen Gewändern den Alltag der Alemannen vor 1600 Jahren – und die Gäste dürfen selbst töpfern, Schmuck herstellen, Runen ritzen.
Aber auch wer zu den regulären Öffnungszeiten kommt, kann immer irgendetwas werkeln: Getreide mahlen in der historischen Steinmühle etwa, drechseln oder schnitzen.
Alamannen-Museum, Denzlinger Straße 24, Vörstetten, Öffnungszeiten bis Ende April: Mittwoch und Freitag von 10 bis 15 Uhr, Donnerstag 10 bis 17 Uhr, an Feiertagen geschlossen, www.alamannen-museum.de
Butter machen auf dem Schneiderhof
Unter dem Reetdach flattert weiße Wäsche im Wind, rote Geranien schmücken die Fenster, zwei Spinnräder stehen noch neben dem Bett im niedrigen Holzhaus: Im Bauernhausmuseum Schneiderhof in Steinen-Endenburg ist die Zeit stehen geblieben. Bis 1985 lebte hier Berta Schneider – und zwar genauso wie seit ihrer Kindheit. Sie stampfte die Butter selbst, backte Brot, pflegte den Bauerngarten, kurz: führte ein Leben wie schon Generationen von Schwarzwälderinnen und Schwarzwäldern vor ihr. Als Schneider mit 91 Jahren starb, erkannten Familie, Gemeinde und ein gemeinnütziger Verein den Wert des Kulturdenkmals Schneiderhof. Man setzte ihn instand, ließ die Einrichtung aber genau wie zu Berta Schneiders Lebzeiten. Und lädt seither Besucherinnen und Besucher dazu ein, das bäuerliche Leben zu entdecken: beim Nägel schmieden oder Spinnen, beim "Weggli bache" oder "Anke mache".
Die Aktionstage mit unterschiedlichen Themen finden jeweils am ersten Samstag im Monat statt (Anmeldung notwendig), außerdem öffnet der Schneiderhof ab Karfreitag, 18.04., immer sonn- und feiertags für öffentliche Führungen um 14 und um 15.30 Uhr.
Bauernhausmuseum Schneiderhof, Steinen-Endenburg, www.bauernhausmuseum-schneiderhof.de
Schmieden im Vogtsbauernhof
Einmal selbst Käse herstellen, Bürstenbinden oder sogar schmieden? Das ist möglich in den Workshops des Vogtsbauerhofes in Gutach. Oder man betrachtet das ganze lieber bei einer Vorführung: Strohschuh- und Bollenhutmacherin, Korbflechter und Näherin zeigen regelmäßig ihr traditionelles Handwerk. Außerdem klingt immer wieder das Klappern der Mühle über das Gelände – wenn die Getreidemühle von 1608 angeworfen und wie schon vor Jahrhunderten Roggen gemahlen wird.
Neben Vorführungen gibt es viel zu entdecken: den strohgedeckte Vogtsbauernhof selbst aus dem Jahr 1612, das Ortenauhaus von 1775, die historische Klopf- und Plotzsäge – überall kann man erleben, wie die Menschen in den letzten 600 Jahren im Schwarzwald wohnten und arbeiteten.
Freilichtmuseum Vogtsbauernhof, geöffnet täglich von 9 bis 18 Uhr. Es gibt Kurse für Erwachsene oder Familien, manche sind mehrtätig. Für alle Workshops muss man sich vorab anmelden, www.vogtsbauernhof.de
Hotzenhaus und Schneflerwerkstatt
Bäuerliches Leben im Schwarzwald zeigen unter anderem auch der Resenhof in Bernau und das Freilichtmuseum Klausenhof in Herrischried, beide wahre Schmuckstücke der Architektur. Der Klausenhof von 1424 ist eines der letzten erhaltenen Hotzenhäuser und wird von einem malerischen Ensemble aus Dorfschmiede, Bauerngarten, Backhaus und Wagenschopf eingerahmt. Bei Führungen kann man sich den liebevoll gepflegten Hof ansehen, zu besonderen Anlässen gibt es Aufführungen, für Schulklassen oder andere Gruppen werden die Werkstätten geöffnet und Aktionen wie Buttermachen angeboten.
Im Bernauer Resenhof von 1789, der ebenfalls im Originalzustand erhalten ist, wird das harte Leben der Bauern deutlich: Um über die Runden zu kommen, nutzten die Menschen den Winter, um durch Holzhandwerk dazuzuverdienen. Unter anderem sind hier acht originale Schnefler-Werkstätten zu sehen, etwa die Werkstatt eines Schindelmachers, eines Zimmermanns oder eines Löffelmachers.
Holzschneflermuseum Resenhof, Bernau, https://mehr.bz/resenhof
Freilichtmuseum Klausenhof, Herrischried, https://mehr.bz/herrischried
Weitere historische Museen in der Region präsentiert die App BZ-Lieblingsplätze, die für BZ-Abonnentinnen und Abonnenten gratis ist: www.bz-lieblingsplaetze.de