Klimaneutralität
Strombedarf steigt weniger stark als gedacht – eine Studie plädiert dafür, Ausbauziele zu reduzieren
Der Weg zur Klimaneutralität im Stromsektor kostet viel Geld. Eine Studie zeigt, wie sich Ausgaben vermeiden ließen.
dpa
Mi, 2. Apr 2025, 20:00 Uhr
Wirtschaft
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Beim klimaneutralen Umbau des Stromsektors in Deutschland lassen sich bis 2045 einer Studie zufolge bis zu 700 Milliarden Euro einsparen. Dazu müssten etwa die Ausbauziele für erneuerbare Energien reduziert werden, heißt es in der Erhebung des Beratungsunternehmens Aurora Energy Research im Auftrag des Energiekonzerns EnBW. Zudem müsse stärker auf blauen statt auf grünen Wasserstoff gesetzt werden.
"Die Dimensionierung des Energiesystems muss sich am Strombedarf ausrichten. Dieser steigt laut zahlreichen Studien weniger stark als erwartet", hieß es. Kostensenkungen förderten die Akzeptanz der Bevölkerung, beschleunigten die Elektrifizierung und entlasteten die Volkswirtschaft. Klimaneutralität im Stromsektor bis 2040 sowie sichere Energieversorgung blieben gewährleistet.
Mehr blauer statt grüner Wasserstoff
Konkret sollten die Ausbauziele von Offshore-Windkraft von 70 Gigawatt um mindestens 15 Gigawatt reduziert werden, da die Netzanschlusskosten ab einer Kapazität von 55 Gigawatt sprunghaft stiegen. Allein dadurch ließen sich die Kosten den Angaben zufolge um mehr als 100 Milliarden Euro reduzieren.
Die geplanten Batterie-Kapazitäten sollten von 141 Gigawatt auf 70 Gigawatt halbiert und die vorgesehene Leistung von Elektrolyseuren deutlich von 50 Gigawatt auf zehn Gigawatt reduziert werden. Zugleich plädiert die Studie für den verstärkten Einsatz von blauem statt grünem Wasserstoff. Damit ließen sich etwa 36 Milliarden Euro sparen. Während grüner Wasserstoff aus erneuerbaren Energien klimaneutral erzeugt wird, wird blauer Wasserstoff aus Erdgas hergestellt und gilt als kohlenstoffarm, aber nicht als kohlenstoffneutral. Mit dem importierten blauen Wasserstoff sollten Gaskraftwerke betrieben werden, deren Leistung von 35 auf 55 Gigawatt ausgebaut werden sollte. So könnten die reduzierten Offshore-Wind-Kapazitäten ausgeglichen werden.