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Pro & Contra: Soll es ein soziales Pflichtjahr für alle Schulabgänger geben?

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Foto: Hannes Koch
Alte Ideen soll man nicht ständig neu aufwärmen. Wehr- und Zivildienst in Deutschland wurden aus gutem Grund abgeschafft. Bei einem allgemeinen sozialen Jahr, wie es Bethel-Chef Ulrich Pohl nun anregt, geht es aber um etwas anderes. Das Anliegen besteht darin, sozialen Zusammenhalt in auseinanderdriftenden modernen Gesellschaften zu erneuern. Praktisch könnte das bedeuten: Nicht nur Männer, sondern auch Frauen leisten diesen Dienst. Sie werden vernünftig dafür bezahlt. Sie haben gute Wahlmöglichkeiten zwischen verschiedenen sinnvollen, gemeinnützigen Tätigkeiten.

Und sie können das verpflichtende soziale Jahr auch in Frankreich, Irland, Griechenland oder Polen leisten. Ein europäischer Zivildienst bringt Hunderttausende Jugendliche in Kontakt zu Menschen in den europäischen Nachbarstaaten. Besonders diese grenzüberschreitende Ausgestaltung macht das Projekt so zukunftsweisend. So betrachtet könnte es etwas völlig anderes werden als der national beschränkte Zivildienst der vergangenen Jahrzehnte.

Ein praktischer Grund kommt hinzu. Die jüngsten Bildungsreformen in Deutschland haben dazu geführt, dass immer jüngere Schulabgänger einer zunehmend komplexen Wirklichkeit gegenüberstehen. Viele Abiturienten haben mit 17 Jahren keinen blassen Schimmer davon, auf welchen Berufsweg sie sich begeben wollen. Eine beliebte Lösung zur persönlichen Orientierung und zum Zeit-Totschlagen sind Arbeits- und Trink-Aufenthalte in Australien oder fragwürdige Hilfsprojekte in Lateinamerika. Ein gut organisiertes soziales Jahr in Europa könnte aus dem Dilemma heraushelfen.
Schlagworte: Bethel-Chef Ulrich Pohl
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