Ich fühlte mich als Demonstrationsteilnehmer missbraucht

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Meine Frau und ich haben uns mit Freunden getroffen, um bei der Demo Solidarisch gegen Rechts Farbe zu bekennen und dabei zu sein. In der ersten Stunde gab es eine gute Stimmung, die Redebeiträge hatten zwar nicht immer etwas mit "Solidarisch gegen Rechts" zu tun, waren aber nachvollziehbar. Was danach kam, war Agitation pur. Noch gellen mir die Hassparolen der Rednerin von Students for Palestine Freiburg* im Ohr. Bei ihrem Beitrag ging es überhaupt nicht mehr um Solidarität gegen Rechts, sondern um antiisraelische Parolen. Diese wurden geschrien! In diesem Moment wurde die Demo missbraucht für ein politisch sehr fragwürdiges Statement, zumal nach dem Tag, als Einzelheiten bekannt wurden über die brutale Ermordung der beiden kleinen Kinder und Mutter der deutsch-israelischen Familie Bibas durch Mitglieder der Terrororganisation Hamas.

Auch wenn es massive, auch berechtigte Kritik und Vorwürfe gegen die israelischen Regierung gibt, die übrigens sehr scharf in Teilen der israelischen Medien geschrieben oder gezeigt wird: Dies war nicht das Thema der Demonstration gegen Rechts! Ich halte die Veranstalter als Freiburger Bürger:innen für persönlich haftbar. Sie haben einer Stimmungsmache Raum gegeben, die nichts mit Information, sondern mit geschriener Hetze zu tun hatte.

Mich enttäuscht, ja entsetzt das persönlich, gerade weil ich die Ziele der Demo total wichtig finde und das Thema "solidarisch gegen Rechts" aus vollem Herzen unterstütze. Ich fühlte mich – und meine Frau ebenso – als Demonstrationsteilnehmer missbraucht. Daher haben wir die Demo verlassen, obwohl wir eigentlich vorhatten, mit durch die Stadt zu ziehen. Statt dem guten Gefühl, durch die Demo-Teilnahme am Tag vor der Wahl persönlich ein politisches Zeichen gegen Rechts zu setzen, bleiben nun Empörung, Enttäuschung und das Gefühl, für Hasstiraden gegen Israel missbraucht worden zu sein.
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