Gesundheitsversorgung
Gesundheitscampus in Lörrach setzt auf engere Kooperation zwischen Klinik und niedergelassenen Ärzten
Kliniken und niedergelassene Ärzte wollen im Zuge der Krankenhausreform im Kreis Lörrach enger zusammenarbeiten. Jetzt fand ein erster Austausch statt.
Sa, 5. Apr 2025, 16:00 Uhr
Kreis Lörrach
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Wie kann die Zusammenarbeit zwischen Kliniken und niedergelassenen Ärzten intensiviert werden, um die Qualität der Patientenversorgung zu stärken? Diese Frage stand im Mittelpunkt eines Treffens zwischen den Kliniken des Landkreises Lörrach und der niedergelassenen Ärzteschaft. Dabei standen die Reformen des Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetzes (KHVVG), die Medizinstrategie im neuen Dreiland-Klinikum, Fragen der engeren Zusammenarbeit zwischen Kliniken und niedergelassenen Ärzten und das Konzept des Gesundheitscampus beim neuen Klinikum auf der Agenda. "Die Veranstaltung war ein erster Auftakt, um näher mit den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten zusammenzurücken", wird Geschäftsführer Udo Lavendel in einer Pressemitteilung zitiert.
Das sogenannte Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz (KHVVG) betrifft als neue Krankenhausreform zwar in erster Linie die Krankenhäuser, jedoch würden sich die neuen Regeln in der Patientenversorgung auch auf den ambulanten Sektor auswirken, schreibt die Klinikgesellschaft. Merkmale des KHVVG seien eine leistungsgruppenbasierte Krankenhausplanung nach der "Blaupause NRW", eine stärkere Qualitätsorientierung und die ambulante Öffnung. Unter dem gesundheitspolitischen Ziel der Bündelung und Konzentration von stationären Krankenhausleistungen habe man im Landkreis Lörrach bereits sehr früh und lange vor der Gesundheitsreform mit dem Neubau Maßstäbe gesetzt und ist im nationalen Vergleich weit fortgeschritten, heißt es: Mit 340 Betten pro 100.000 Einwohner zähle der Landkreis Lörrach bundesweit zu den Regionen mit der höchsten Betteneffizienz.
Engere Zusammenarbeit mit Niedergelassenen
Die Klinikgesellschaft wünscht sich eine engere Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Ärzten. "Wir wollen die Zukunft der Versorgungssituation gemeinsam mit der niedergelassenen Ärzteschaft gestalten und die Gesundheitsversorgung im Landkreis Lörrach nachhaltig optimieren", heißt es von Geschäftsführer Udo Lavendel. "Ziel ist es, durch Transparenz, Offenheit und Sachlichkeit das gegenseitige Vertrauen weiter zu stärken und mehr Gemeinsamkeit zu schaffen", ergänzt der Ärztliche Direktor, Professor Tilman Humpl.
Erste Maßnahmen befinden sich bereits in Umsetzung: So finden regelmäßige Jour fixe zwischen Kliniken-Geschäftsleitung und Vertretern der niedergelassenen Ärzteschaft statt. Außerdem wurde für die zielgerichtete Weiterleitung eintreffender Patienten im neuen Dreiland-Klinikum entweder in die ambulante KV-Praxis oder in die Zentrale Notaufnahme des Klinikums eine Arbeitsgemeinschaft "Gemeinsamer Tresen" ins Leben gerufen. Um genauer zu erfahren, welche Wünsche die niedergelassenen Ärzte haben, lud Humpl die Anwesenden zu einem interaktiven Austausch ein. Dabei sei es um die Themen Arztbriefe, persönliche Ansprechbarkeit, Newsletter, Prozesse und Reaktionszeiten sowie Fortbildungen und Wissensangebote gegangen.
Somatische Medizin unter einem Dach
Das neue Klinikum konzentriert die somatische Medizin unter einem Dach. Es sollen auf dem Campus des neuen Klinikums akutstationäre, rehabilitative und ambulante Medizinangebote gebündelt werden. Die medizinische Organisation erfolgt – so weit wie möglich – entlang der interdisziplinären Zusammenarbeit sowohl medizinisch als auch räumlich in Medizinischen Zentren. Dabei umfasst das sektorenübergreifende Gesundheitsangebot folgende Leistungen: das Zentralklinikum, das Zentrum für seelische Gesundheit, das Klinik-MVZ, ein Ärztehaus, ein Haus der Gesundheit, die Rettungswache, eine Apotheke, ein Sanitätsfachhandel, eine Kita, ein Boarding House sowie ein Parkhaus. Ergänzt werden soll der Gesundheitscampus idealerweise um ein stationäres Rehabilitationsangebot, damit Anschlussheilbehandlungen nach der Krankenhausbehandlung für die Patienten auf dem Campus des neuen Klinikums wohnortnah ermöglicht werden können, sowie die Integration einer Kurzzeitpflege.