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Wie war’s bei

Musikalischer Krimi beendet eine Bonndorfer Karriere

Sonntag ist Krimizeit, denn Sonntag und Tatort gehören für viele unverzichtbar zusammen. Die Stadtmusik Bonndorf untermauerte dies mit ihrem ersten Krimikonzert. Das Publikum war überwältigt.  

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Die Stadtmusik und Dirigent Daniel Weißer haben nicht nur kriminelle, sondern vor allem hervorragende musikalische Energie. Foto: Martha Weishaar
Etwa 400 Besucher strömten am späten Nachmittag in die Stadthalle, um das musikalisch-kriminelle Spektakel mitzuverfolgen. Ein offenbar gut gewählter Zeitpunkt, schien doch der Totensonntag bestens geeignet für die Aufführung des mörderischen Theaterkonzerts.

Das Konzept

Bereits im Foyer war angesichts einer veritablen Tatortinszenierung klar, dass es sich dabei um kein braves Konzert handeln würde. Steckbriefe ausgesuchter Musikerinnen und Musiker entlang der Wände trugen dazu bei, Spannung zu erzeugen. Die Aufmerksamkeit des Publikums war aufs Äußerste gefordert. Immerhin galt es, selbst herauszufinden, wer der oder die Täterin war. Viele mehr, einige weniger ernst gemeinte Tipps wurden abgegeben.

Die Musik und das Schauspiel

Mit der Tatortmelodie stimmte das Orchester die Zuhörer ebenso passend wie unmittelbar auf das Geschehen ein. Dirigent Daniel Weißer hatte ein erstklassiges Arrangement für Blasmusik ausgewählt. Mit dem James-Bond-Klassiker "Skyfall" setzten Orchester und Dirigent einen drauf, während die Schauspieler vom Freiburger Theaterensemble Freistil menschliche Abgründe und kriminelle Energien inszenierten. Nicole Djandji-Stahl und Christoph Hüllstrung erwiesen sich als ausgezeichnete Verwandlungskünstler, bedienten sich klassischer Zutaten wie Lügen, Intrigen und Sex. Er gab mal den leichtsinnig-nonchalanten Frauenversteher und notorischen Fremdgänger (Wolfgang), dann wieder den sachlich- zurückhaltenden Kommissar (Alex). Sie schlüpfte in drei Rollen, gab sich überzeugend als betrogene biedere Ehefrau (Steffi), Geliebte Nummer eins in Gestalt der unbeachteten, grauen Maus (Frau Hase) sowie Geliebte Nummer zwei in Gestalt der sexy Verführerin (Kathy).

Musikalisch heiter geriet der roten Faden zwischen den Szenen mit der Filmmelodie "Miss Marple". Mord, Erpressung und wilde Schießereien wurden am Ende von allgegenwärtigem Humor überlagert. Daniel Weißer hatte dazu jeweils passende Stücke ausgewählt. Die Professionalität der Schauspieler traf auf die Professionalität des Dirigenten, der wiederum seinem Orchester exzellentes Können entlockte. Falcos "Kommissar" oder "Skandal um Rosi" von der Spider Murphy Gang fügten sich nicht minder genial in das Bühnengeschehen wie die konzertante Variante von "Sweetheart Tree", der rhythmische "Kriminal-Tango" oder Erkennungsmelodien von "Polizeiruf 110", "Der Alte" sowie "Hawaii Five-O". Dazwischen eins ums andere Mal die Ansage "Schnitt!" – schon fand man sich in neuer Szenerie wieder.

Der Erfolg

Ein angeschossener Dirigent und einzelne Musiker wechselten ebenso bereitwillig wie überzeugend in Schauspielerrollen, befreiten den Kommissar, tanzten im Fitnessstudio mit der aufreizenden Katy oder halfen bei der Festnahme der überführten Täterin. Improvisationskunst wurde auf der Bonndorfer Bühne allen Darstellern abverlangt, war die "Uraufführung" für Orchester und Dirigent doch die erste Begegnung mit den Schauspielern. Niemand wusste so recht, welchen Verlauf dieses Geschehen nehmen würde.

Tosender Applaus am Ende einer mehr als gelungenen Melange aus exzellenter Musik und professioneller Schauspielkunst zollte sämtlichen Protagonisten in der Stadthalle Anerkennung. Diese verdienen auch die Verantwortlichen der Stadtmusik um Vorsitzenden Felix Schüle, die sich mit Offenheit an diese neuartige Konzertvariante wagten. Daniel Weißer hatte akribisch und kreativ die musikalische Vorbereitung inne, leider letztmalig auf Bonndorfs großer Konzertbühne.

Ressort: Bonndorf

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