Mehr ausländische Tatverdächtige
Zahl der Gesamtstraftaten in der Region ist leicht gestiegen Auch die Ausländerkriminalität hat im Bereich des Polizeipräsidiums Offenburg im Vorjahr zugenommen.
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Eine bedeutende Kennziffer ist für die Polizei die "Häufigkeitszahl" – die Zahl der Straftaten je 100.000 Einwohner. Hier liegt, so Rieger, das Polizeipräsidium unter den 13 Flächenpräsidien im Land auf Platz vier, hinter Stuttgart, Freiburg und Mannheim. Das habe einen besonderen Grund: "Ein Fünftel aller ausländerrechtlichen Verstöße findet bei uns im Grenzgebiet statt." Dabei sei Kehl innerhalb des Präsidiums Spitzenreiter, gefolgt von Offenburg, Baden-Baden, Rastatt und Lahr. Würde man die im Grenzbereich vorkommenden Verstöße gegen das Ausländerrecht herausrechnen, sähe die Lage für Kehl deutlich besser aus. Im Präsidiumsbereich sind knapp 750.000 Menschen zu Hause, davon sind 17 Prozent nichtdeutsche Staatsangehörige.
2024 sind im Präsidiumsbereich 15 "Straftaten gegen das Leben" begangen worden, immerhin zwölf weniger als im Vorjahr, darunter aber drei Morde. Ermittelt wurde auch in 102 Fällen von Vergewaltigung, 22 mehr als im Vorjahr, es habe jeweils eine Vorbeziehung zwischen Täter und Opfer gegeben: "Wir haben niemanden, der rumstreunt und Frauen vergewaltigt." Außerdem habe es 156 Fälle von sexuellem Missbrauch gegeben. Hinzu kämen mehr als 1000 Fälle von schwerer Körperverletzung und 220 Fälle von Raub/räuberischer Erpressung.
Nach wie vor hoch auch, mit 103 Taten, die Zahl der Messerangriffe im öffentlichen Raum, immerhin sei der Trend gestoppt worden, so Martin Plate, Chef der Schutzpolizei. Allein im Ortenaukreis wurden 77 Messerangriffe verübt. Die meisten Messerangriffe gab es in Offenburg (21), Kehl (13), Lahr (zehn) und Achern (neun). Bei mehr als der Hälfte der Fälle hatten sich Täter und Opfer gekannt. Positiv sei der Rückgang der Fälle von Gewalt gegen Polizeibeamte, mit 388 aber nach wie vor hoch. Ein Beamter sei schwer verletzt worden, 212 leicht.
Insgesamt gab es mehr als 1000 Opfer zu beklagen, so Rieger: "Jeden Tag gab es im Bereich unseres Präsidiums im Schnitt drei Fälle." Mit fünf Prozent sei gerade im Ortenaukreis der Anstieg auffällig stark. Auffällig auch: die Zunahme der Fälle mit erhöhtem Gefahrenpotenzial und Körperverletzungen. Auch 26 Fälle von Vergewaltigungen habe es im häuslichen Umfeld gegeben.
2024 gab es 469 Fälle von Wohnungseinbruchdiebstählen – gegenüber 441 im Vorjahr. Die Aufklärungsquote lag bei 22 Prozent. Deutlich der Anstieg der Fallzahlen mit Beginn der dunklen Jahreszeit, dagegen sei die Polizei gezielt vorgegangen, so Plate. Die Fallzahlen seien gesunken, doch das Gesamtniveau nach wie vor hoch. Fast 1300 Mal wurde an oder aus Autos etwas gestohlen.
Der Anteil ausländischer Tatverdächtiger ist erneut gestiegen, liegt erstmals über 50 Prozent, wobei Verstöße gegen das Ausländerrecht hier nicht berücksichtigt sind. Rund 16 Prozent der "nichtdeutschen Tatverdächtigen" seien Flüchtlinge. Das Ranking der "nichtdeutschen Straftäter" führen Personen aus Rumänien, Frankreich, Syrien, der Türkei und Afghanistan an. Von den 15 "Straftaten gegen das Leben" sind sieben von Ausländern begangen worden (drei Morde, zweimal Totschlag, zweimal fahrlässige Tötung). Zwei Prozent der Straftaten richteten sich gegen die sexuelle Selbstbestimmung, darunter 43 Fälle von Vergewaltigung. Diebstahlsdelikte, etwa Ladendiebstähle, machten knapp ein Viertel aus. 38 Prozent aller von Ausländern begangenen Verstöße waren Vermögens- und Fälschungsdelikte, etwa das Erschleichen von Leistungen (Schwarzfahren). Hoch der Anteil der Nichtdeutschen auch bei Wohnungseinbruchsdiebstahl, Messerangriffen, Gewalt gegen Polizisten oder den eigenen Partner sowie Rauschgiftkriminalität.
Beim Besitz und Erwerb von Cannabis sei die Zahl der Straftaten um rund 1000 auf 439 zurückgegangen, teilte Kripo-Chef Raoul Hackenjos mit, was mit der Teillegalisierung zu tun hat. Bei der handwerklichen Umsetzung der Rechtsvorschriften gebe es aber weiterhin sehr viele Probleme. Keine Rückgänge sehe die Polizei bei härteren Drogen wie Kokain und Heroin. Zahl der Drogentote: zwölf.
Immer mehr Kriminelle schlagen übers Internet zu: Die Cyberkriminalität hat im Jahresvergleich um rund 800 Fälle auf 3490 Straftaten zugenommen, so Raoul Hackenjos. Besonders schwierig sei auf diesem Kriminalitätsfeld die Ermittlung von Tätern, die vom Ausland aus agieren. 2024 seien wieder zahlreiche Menschen, zumal Senioren, Schockanrufern auf den Leim gegangen, hätten sich mitunter um ihr Erspartes gebracht.