Leserbrief: Eine germanische Gottheit namens "Kaisar"
Dr. Viktor Wember (March)
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Mit Interesse habe ich den Artikel gelesen. Es ist verdienstvoll, wenn jede Erklärung des Namens Kaiserstuhl auf Argumente und Gegenargumente überprüft wird, auch wenn es kein gesichertes Ergebnis gibt.
Folgende Tatsache scheint mir wichtig: Es gibt im zentralen Kaiserstuhl einen Bergrücken, der den Namen Kaiserstuhl trägt, so eingezeichnet auf der Topographischen Karte 1:25000, Nummer 7911. Es scheint die Annahme berechtigt, dass der Name eines konkreten Orts innerhalb des Gebirges auf das gesamte Gebirge übertragen wurde und nicht umgekehrt. Ähnlich wie der Name Feldberg des eigentlichen Gipfels für das gesamte Massiv verwendet wird.
Folgende Erklärung stammt nicht von mir, sondern einem Wanderer, mit dem ich vor vielen Jahren ins Gespräch kam. Er meinte, dass der Name Kaiserstuhl nichts mit dem Begriff des Kaisers zu tun habe. Vielmehr sei zu schlussfolgern, dass es sich um den Namen einer germanischen Gottheit (etwa "Kaisar") gehandelt haben müsse, die ihren Sitz im Kaiserstuhl hatte. Eine solche Erklärung wäre vergleichbar mit dem Namen Bodensee, der von Bodan herrückt, einer germanischen Gottheit, deren Sitz auf dem Bodanrücken angenommen wurde.
Ob eine solche Erklärung abwegig ist oder ob sie ernsthaft in Betracht kommt, kann nur von einem Fachmann beurteilt werden, der sich sowohl in der Entstehung von Flurnamen als auch in den Religionsvorstellungen früherer Kulturen (germanisch oder keltisch) auskennt. Auf alle Fälle aber scheint mir jede Erklärung zu kurz gegriffen, die nicht auch für den Namen jenes bewaldeten Höhenrückens als westliche Fortsetzung des Totenkopfs namens Kaiserstuhl eine plausible Erklärung hat. Dr. Viktor Wember, March