Telefonaktion
Experten erklären, wie man clever das Vermögen mehrt
Wie lege ich in höchst unsicheren Zeiten mein Erspartes sinnvoll an? Diese Frage beantworten heute, Donnerstag, von 17 Uhr bis 19 Uhr fünf Experten bei einer Telefonaktion der Badischen Zeitung.
Do, 3. Apr 2025, 16:20 Uhr
Wirtschaft
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Fünf unabhängige Vermögensverwalter aus Südbaden geben Tipps. Die per E-Mail gestellten Fragen werden weiter unten beantwortet.
Christoph Heckel, Vermögensverwalter beim Freiburger Vermögensmanagement, beantwortet die Fragen, die per E-Mail gestellt werden.
[email protected]
An den Telefonen sitzen:
Claus Walter, Geschäftsführer Freiburger Vermögensmanagement,
Telefon 0761 496 9801
Mario Liuzzi, Mitglied der Geschäftsleitung der Azemos Vermögensmanagement Offenburg, Telefon 0761 496 9802
Jürgen Schwab, Geschäftsführer FP Asset Management, Freiburg,
Telefon 0761 496 9803
Udo Winterhalder, Geschäftsführer GFA Vermögensverwaltung, Herbolzheim,
Telefon 0761 496 9804
Ich erhalte in den nächsten drei Monaten 450.000 Euro aus dem Verkauf meines Anteils des Elternhauses an meinen Bruder und überlege nun, wie ich das Geld anlegen könnte. Eine Option wäre der Kauf einer 2 bis 3 Zimmerwohnung in Freiburg, hier würde es aber sehr schwer, ein passendes Angebot zu finden. Die andere Option wäre eine Anlage. Ich stelle mir vor, 3 Prozent Ertrag zu erlösen, der in die Lebenshaltung fließen könnte.Mein Mann und ich sind 60 Jahre alt, wir wohnen im eigenen, fast abbezahltem Haus. Mein Mann hat kein Vermögen, aber eine Lebensversicherung über rund 100.000 Euro, fällig in 5 Jahren.Ich habe rund 65.000 Euro in vorwiegend deutschen Aktien und rund 35.000 Euro in Technologie und gemischten Fonds.Was würden Sie mir vorschlagen?
Das Kapital soll mindestens erhalten bleiben, ich möchte nur die Zinsen bei Bedarf herausziehen.
Heckel: Mit Ihrer breiten finanziellen Verteilung auf verschieden Anlageformen, sind sie schon gut positioniert. Derzeit ein gutes und unter dem Strich für Ihre Anforderungen rentables Angebot am Freiburger Immobilienmarkt zu finden, ist sicher nicht so einfach. Leichter umsetzbar und besser vom Ertrag kalkulierbar, wäre hier eine Anlage in klassische festverzinsliche Produkte. Dabei wäre es eine Idee, nicht alles auf eine Anlageform zu setzen, um eine noch bessere Balance von Chancen bei überschaubaren Risiken und höherer Flexibilität hinzubekommen: Zum Beispiel einen Teilbetrag in solide Staatsanleihen, etwas in ETFs, die kurzlaufende Unternehmensanleihen abbilden, und dazu noch einen Teilbetrag in defensive bis ausgewogenen Mischfonds investieren.
Ich bin seit zwei Jahren im Ruhestand und zusammen mit meiner Frau verfüge ich über eine auskömmliche Rente. Wir leben in gesicherten Verhältnissen, haben keine Schulden und im Laufe unseres Berufslebens
einige Rücklagen erwirtschaftet, die wir derzeit zu einem Teil auf einem fest verzinsten Festgeldkonto mit 3 % Zinsen und zum anderen Teil auf einem Tagesgeldkonto liegen haben. Nun habe ich eine Versicherungssumme in Höhe von 10.000,- € ausbezahlt bekommen und möchte dieses Geld gewinnbringend anlegen, um später einmal eine eventuell notwendige Pflege (mit)finanzieren zu können. Derzeit benötigen wir dieses Geld nicht. Die Zinsen auf einem Festgeldkonto sind aber zur Zeit nicht attraktiv, so dass ich überlege, dieses Geld in einem Aktienfonds oder einem ETF anzulegen. Nun sind wir nicht besonders risikofreudig, aber in den Medien hört und liest man immer wieder, dass diese Fonds auch einigermaßen sicher sind, wenn man einige Jahre Geduld hat. Da ich sehr umweltbewusst und sozial eingestellt bin, würde ich gerne in einen nachhaltigen und ethisch-ökologische Gesichtspunkte berücksichtigenden Fond investieren. Außerdem möchte ich nicht in amerikanische Aktien investieren, so lange die politischen Verhältnisse dort so sind, wie sie zur Zeit sind. Ich dachte also an einen europäischen Fonds. Ist das in diesen unsicheren Zeiten zu empfehlen oder gibt es andere Möglichkeiten?
Heckel: Grundsätzlich sollte bei einem Investment in Aktienfonds und ETFs auf Aktien aufgrund der möglichen Schwankungen ein mittel- bis langfristigen Anlagehorizont anvisiert werden. Mit anderen Worten heißt das, wenn sie das Geld erst in fünf und noch besser zehn oder mehr Jahren brauchen, dann können Sie auch mal eine längere Schwächephase am Markt aussitzen. Dann ist die Anlageklassen Aktie am Ende meist eine gute Idee, aufgrund der höheren Renditechance. Nach Ihrer Schilderung kommen Sie finanziell gut im Ruhestand klar und haben auch noch andere, kurzfristig verfügbare Reserven. Dann ist das eine echte Option für Sie und es gibt eine Vielzahl von ETFs mit denen sie ausschließlich in europäische Werte investieren. Zusätzlich selektieren viele Anbieter nach Nachhaltigkeitskriterien, das erkennen Sie an Bezeichnungen wie ESG oder dem (noch etwas strengeren) SRI.
Welche Anlage würden sie mir für 200.000,-€ derzeit empfehlen ? Anlagezeitraum ca. 5 Jahre, ab 2026 eine mtl.. Entnahme von 1.000,- unabhängig aber auch insgesamt die Möglichkeit auf das Vermögen zugreifen zu können. Eine Verzinsung von 3-4% wäre wünschenswert.Mit welchen Gebühren/Kosten muss ich rechnen?
Heckel: Hier wäre eine gemischte Anlage in festverzinsliche Wertpapiere etwa Staatsanleihen, ETFs auf noch etwas besser verzinste kurzlaufende Unternehmenspapiere und eher sicherheitsorientierte Mischfonds eine Option. Die Gebühren beim Kauf von Festverzinslichen bewegen sich je nach Anbieter im Bereich zwischen 0,2% und 0,5%. Bei ETFs liegen die jährlichen Produktkosten je nach Konstruktion bei ca. 0,25% und bei ausgewogenen Mischfonds liegt das auch mal über einem Prozent, auch hier gibt es eine große Bandbreite. Dazu kommen Depotgebühren je nach Institut und zusätzlich können beim Kauf und Verkauf Transaktionskosten fällig werden. Was hier genau auf Sie zukommt und sich für sie lohnt, muss man für den Einzelfall analysieren.
Ich bin über 70 und habe 3 Millionen auf verschiedene Banken verteilt. Die Zinsgarantie läuft bald ab. Wie soll ich danach das Geld anlegen?
Heckel: Bei einem größeren Vermögen macht es immer Sinn, es auf mehrere unterschiedliche Säulen zu verteilen, wie sie es schon durch die Wahl von drei unterschiedlichen Banken angefangen haben. Abhängig von Ihrem Anlagehorizont und Ihrer persönlichen Risikoneigung, wäre es unter Renditegesichtspunkten eine attraktive Option, einen Teil Ihres Vermögens nicht nur in festverzinsliche Anlageformen, sondern auch am Aktienmarkt zu positionieren. Auch hier könnten Sie auf unterschiedliche Strategien setzen, wie das genau verteilt wird, etwa durch ein Multimanageransatz, bei dem parallel verschiedene Investmentstile genutzt werden.
Ich habe am 16.01.2025 über 200.000.- in einen Union Investment Fond angelegt (WKN 975027, Uni Global-net) Nach anfänglich gutem Verlauf bewegte sich der Kurs ab dem 19.02. stetig nach unten und verharrt nun bei ca. minus 10%.Mein Anlagehorizont geht bis 2032. Würden Sie mir zu gegebener Zeit zu einer alternativen Anlage raten?
Heckel: Ohne jetzt zu detailliert auf ein einzelnes Produkt eines Anbieters einzugehen, haben Sie sich hier einen global anlegenden Aktienfonds ins Portfolio geholt. Hier sind die von Ihnen beschriebenen Schwankungen ein Stück weit normal und sollten bei Ihrem Anlagehorizont eigentlich noch keine große Rolle spielen. Grundsätzlich sollten Sie aber bei global orientierten Produkten genau hinsehen, ob es nicht eine sehr starke Konzentration auf US-Werte gibt. Die sind seit Jahresbeginn unter Druck geraten und die Politik der aktuellen Trump-Administration scheint deren Perspektive aktuell nicht unbedingt zu verbessern.
Vor Jahren erwarb ich 40 VW Vorzugsaktien. Die Dividendenausschüttungen waren sehr gut.Leider sinken aktuell die Vorzugsaktien. Empfehlen Sie die Aktien zu halten, in der Hoffnung auf bessere Zeiten?
Heckel: Deutsche Autobauer haben ein grundsätzliches Problem: Deren bisher größter Absatzmarkt in China bricht ihnen gerade weg, da sie von dort beheimatet Unternehmen technologisch eingeholt und in vielen Bereichen sogar überholt wurden. Zudem liegen die Preise von BYD und Co. in der Regel erheblich unter denen deutscher Fahrzeuge, gerade im Elektrobereich. Zusätzlich macht es die US-Zollpolitik für VW und die anderen europäischen Autobauer nicht einfacher, ihren zweiten großen Absatzmarkt zu bedienen. Auf absehbare Zeit ist das Umfeld für Ihr Investment also sicher nicht einfach. Trotzdem rechnet die Mehrzahl der Analysten noch mit steigenden Kursen. Eine Gemengelage, in der große Schwankungsrisiken bestehen. Haben Sie noch viele andere Werte im Depot, kann es sich in der Gesamtschau rechnen, abzuwarten und die Schwankungen auszusitzen. Als Einzelinvestment ist es relativ riskant, allein auf den Erfolg der bisher eher überschaubaren Elektro-Strategie aus Wolfsburg zu setzen.
Ich möchte gerne für meine Rente etwas zusätzlich machen und bin auf diesem Gebiet aber ein Neuling. Ich höre immer wieder von ETFs, in die man Geld investieren kann.
Würde sich das für mich lohnen? Ledig, 30 Jahre, mittleres Einkommen, würde z. Bsp. 50€ monatlich einzahlen. Eine einmalige Zahlung in Höhe von 4000-5000€ wäre möglich.
Gibt es Angebote bzw. Anbieter, die Sie einem empfehlen können? Ich hab schon bei Check24 und bei meiner Hausbank geschaut.
Heckel: Mit ETFs lassen sich sehr viele verschiedene Anlagen vergleichsweise günstig und breit gestreut abbilden, zum Beispiel Aktien oder Anleihen. In Ihrem Alter und noch mit ein paar Jahrzehnten Abstand zur Rente, bietet erfahrungsgemäß der Aktienmarkt gute Chancen und die dort immer möglichen Schwankungen fallen auf lange Sicht nicht so stark ins Gewicht. Gerade bei einer regelmäßigen monatlichen Einzahlung kommt noch ein zusätzliches Momentum dazu, der Cost-Average-Effekt, der ebenfalls helfen kann, Kurschwankungen ein Stück weit auszugleichen. Kurz gesagt, sie kaufen mit so einem Sparplan mehr Anteile, wenn die Kurse unten sind und weniger, wenn sie hoch sind, das wirkt stabilisierend auf die Wertentwicklung. Statt einem bestimmten Anbieter oder ein bestimmtes Produkt zu nennen, würde ich Ihnen eher empfehlen, sich Gedanken über eine gute Struktur zu machen. Achten Sie zum Beispiel auf eine möglichst breite Verteilung auf verschiedene Regionen, Währungsräume und Branchen Ihrer Investments, um Einzelrisiken zu diversifizieren. Danach können Sie sich die dazu passenden besten ETFs suchen. Zusätzlich sollten Sie Ihre Vermögenstruktur insgesamt so gestalten, dass Sie stets eine flexible finanzielle Reserve für unvorhergesehene Ausgaben haben, damit dann nicht doch zu einem ungünstigen Zeitpunkt verkauft werden muss.
Ich möchte 120 T Euro in ETF anlegen. Vor ein paar Monaten wollte ich alles in den S&P 500 stecken, und dann 20 Jahre nicht mehr drauf schauen. Heute neige ich dazu, den Betrag zu splitten und etwa
60 T in S&P 500 sowie
40 T in einen europäischen ETF, etwa Stoxx 600 und
20 T in einen Emerging Markets zu investieren.
Ganz nach dem kürzlich in der BZ erschienenen Artikel auf der Wirtschaft. Anfangen möchte ich mit S&P, nur warte ich nun täglich, ob er weiter sinkt. Welcher Zeitpunkt scheint hier angemessen zum Kauf? Und zu welcher Zeit sollte ich in die beiden anderen (wenn überhaupt) investieren? Jahresschwankungen?
Heckel: Grundsätzlich ist eine Aufteilung auf verschieden Regionen eine gute Idee, um nicht von der Entwicklung zum Beispiel in Amerika abhängig zu sein. Die von Ihnen vorgeschlagen Aufteilung mit dem Fokus auf den US-Index S&P 500 ist vor dem Hintergrund der laufenden politischen Entwicklungen Geschmackssache und niemand kann heute sagen, wie das in 20 Jahren aussehen wird. Ähnlich ist das mit dem Timing eines Einstiegs. Erfahrungsgemäß können selbst Profis den perfekten Moment nicht wirklich vorhersagen und auf lange Zeiträume spielt der auch eine eher untergeordnete Rolle. Eine salomonische Lösung kann es sein, hier in verscheiden Tranchen vorzugehen. Also zum Beispiel eine Drittel in diesem Monat, eins in drei Monaten und eins in einem halben Jahr zu investieren.
Mit Beginn am 1.1.2022 hat meine Frau ihre VL (monatl. 40 €) in den ishares Global Clean Energy UCITS ETF USD (Dist) (IE00B1XNHC34) investiert, = -20,6 % p.a. weitere 60 € monatl. in den Xtrackers MSCI World ESG UCITS ETF 1C (IE00BZ02LR44) = +10,2 % p.a. und noch 100 € monatl. in den ÖkoWorld Klima C (LU0301152442) = - 4,3 % p.a. Wertentwicklung. Endbestand derzeit 7583 € , Einzahlungen ca 7920 €. Meine Frau ist über den Verlust nicht sonderlich amused und möchte dem Depot eine neue Struktur geben, gar in Rüstungsaktien gehen (nicht ernst gemeint). Könnten Sie uns freundlicherweise zwei oder drei ertragsversprechende Anlagen nennen, die möglichst Verluste vermeiden, dem Gewissen dennoch guttun ... Und wohin könnte man die ca 7500 € schichten ?
Heckel: Investments am Aktienmarkt können immer schwanken, aber vielleicht wäre es für Sie eine Idee, sich aktiv gemanagte Mischfonds anzusehen. Hier werden je nach Marktgegebenheiten zum Beispiel Aktien verkauft und das Vermögen in festverzinsliche Anleihen umgeschichtet, um Schwankungen zu begrenzen. Eine Reihe von Anbietern beachtet dabei auch Aspekte wie Nachhaltigkeit, Ökologie oder sie verzichten auf die erwähnten Rüstungswerte.
Habe ca.25000 € auf der Sparkasse angelegt. Sparkassendepot ca.12000 €. Deka-Connect +DC + ESG komfort 15000 €. Zu Anfang vor 5 Jahren waren es 40000 €. Damals noch auf der BB Bank.
Habe zwischendurch auch Geld entnommen. Der meiste Verluste entstanden durch die Anlage.
Meinen Idee Anfang des Jahres das Geld als Festgeld anzulegen. verneinte mein Berater vehement. Seiner Meinung nach würde die Anlage allerspätestens Ende März wieder Gewinne einfahren. Das Gegenteil tritt ein. Jetzt ist Trump schuld. Hätte ich nur auf meine innere Stimme und mein Gefühl gehört. Was BITTE schlagen Sie mir vor ????????
Heckel: Zu einzelnen Produkten oder Beratungsempfehlungen wollen wir uns in diesem Rahmen nicht äußern. Grundsätzlich kann aber niemand die Entwicklung der Märkte vorhersagen, schon gar nicht kurzfristig und monatsgenau. Die Vermögenstruktur sollte zudem immer zum persönlichen Sicherheitsbedürfnisse und den eigenen Zielen passen. Wenn Sie momentan also das Gefühl haben, es ist besser möglichst wenig Risiko einzugehen und in Festgeld anzulegen, sollten Sie das tun, auch wenn das langfristig bedeuten kann, dass sie auf Renditechancen verzichten.
Ich bin 86 Jahre alt, meine Ehefrau 75. Wir verfügen über die nachstehend aufgeführte Immobilie sowie Anlagen: Meine Ehefrau hat eine bezahlte Eigentumswohnung, ich habe darin Niessbrauch, meine Frau bezieht ca. 1.100 € Rente, bekommt von mir 1.250 € Wirtschaftsgeld pro Monat. Ich verfüge über genügendes Einkommen. Gemeinsam verfügen wir über Investments von ca. 225.000 € Nun habe ich aus einem Immobilienverkauf 320.000 € verfügbar und möchten diese Summe anlegen. Nach meinem Ableben erben meine beiden Söhne und meine Ehefrau die dann vorhandene Summe je hälftig. Gold oder andere Edelmetalle haben wir nicht. Zu welcher Anlage raten Sie uns?
Heckel: In Ihrem Alter hängt das stark davon ab, ob Sie das Geld aus dem Immobilienverkauf noch selbst ausgeben wollen oder hier schon vorrangig Ihre Finanznachfolgeplanung im Blick haben. Der Lebensabend von Ihnen und Ihrer Frau scheint finanziell bereits gut abgesichert zu sein. Grundsätzlich halten wir einen Gold- und Edelmetallanteil von bis zu 10 Prozent des Gesamtvermögenshöhe für eine gute Idee. Eventuell könnte es auch eine Option sein, den für Ihre Kinder vorgesehen Anteil mit langfristiger Perspektive breit gestreut am Aktienmarkt zu platzieren. Kennen Sie zusätzlich die Möglichkeit des Nießbrauchs auch für Aktiendepots? Das könnte Ihrer Familie noch weitere Vorteile bringen.
Ich habe im Moment 35.000€ von einer Lebensversicherung zur Verfügung und würde die ohne Risiko gerne für 2-3 Jahre anlegen. Zu was würden sie mir raten?
Heckel: Wenn Sie Schwankungsrisiken völlig vermeiden wollen, bietet sich für diesen Zeitraum eigentlich nur eine klassische Festgeldanlage an oder festverzinsliche Wertpapiere mit guter Bonität und kurzen Restlaufzeiten.
Es wäre toll, wenn Sie mir in Sachen Bundesanleihen bzw. Staatsanleihen (das ist wohl das Gleiche?) weiterhelfen können. Um die Neuverschuldung von Deutschland finanzieren zu können, gibt Deutschland ja bald (im Mai?) neue Bundesanleihen raus. Da man hier mit einem guten Zinssatz, evtl. kürzerer Laufzeit rechnen kann und nicht das Verlustrisiko von Aktien hat möchte ich die Gelegenheit nutzen, um einen Teil meiner Aktien zu verkaufen und in Staatsanleihen anzulegen. Dies möchte ich aus Sicherheitsgründen auch bei einer anderen Bank tun. Daraus ergeben sich für mich folgende Fragen, die ich Sie bitte, mir zu beantworten: Auf welchem Weg erfahre ich, wann es zu welchen Bedingungen die neuen Bundesanleihen gibt? Gibt es Banken, die für Kauf und Anlage von Staatsanleihen besonders geeignet sind, z.B. weil sie kostengünstiger sind als andere? Mit welchen Kosten muss ich rechnen, wenn ich Staatsanleihen kaufe? Wie kauft und verkauft man Staatsanleihen? Gilt der vereinbarte Zinssatz für die gesamte Laufzeit oder kann er schwanken? Reicht es, ein neues Konto bei der neuen Bank für die Staatsanleihen zu eröffnen, oder muss ich gleichzeitig ein Referenzkonto für die Zinszahlungen eröffnen? Fallen Ihnen weitere Tipps ein, an die ich jetzt nicht gedacht habe?
Heckel: Über Neuemissionen der Bundesrepublik können Sie sich auf http://www.deutsche-finanzagentur.de informieren. Die Zeichnung neuer Papiere erfordert keine Spezialanbieter und bei Bundesanleihen fallen meist keine Kosten an, außer eventuell Transaktionsgebühren und Depotführung Ihrer Bank. Grundsätzlich sollte auch der Kauf von laufenden deutschen Staatsanleihen bei jeder Depotbank möglich sein. Sie werden an der Börse gehandelt und können dort zu tagesaktuellen Kursen ge – und verkauft werden. Bei festverzinslichen Anleihen gilt der Zinssatz in aller Regel über die gesamte Laufzeit. Ausnahmen können zum Beispiel inflationsgesicherte Anleihen sein, bei denen eine mögliche Geldentwertung ausgeglichen wird, dafür gibt es aber dann meist deutlich geringere Zinsen. Wie auch für Aktien brauchen Sie für Staatsanleihen ein Wertpapierdepot, das in aller Regel mit einem Verrechnungskonto verbunden ist. Alternativ können Sie auch in Renten-ETFs investieren, die deutsche Staatsanleihen abbilden, zum Beispiel die von Ihnen favorisierten kurzen Laufzeiten.
Ich bin 67, alleinstehend und habe eine Rente, die genauso hoch ist wie meine Miete. Deshalb muss ich lebenslang arbeiten. In den letzten Jahren konnte ich 50.000€ sparen und habe immer, wenn 10.000€ zusammen waren, die jeweils günstigste Festgeld Anlage mit einer Laufzeit von 12 Monaten einer Bank gewählt. So darf ich nach 5x 1 Jahr immer von neuem entscheiden, was ich mit den etwas vermehrten jeweiligen 10.000€ tun will. Soll ich unter den veränderten politischen Verhältnissen bei dieser Methode bleiben?
Heckel: Wenn Sie auf das Geld angewiesen sind, um eventuelle Sonderausgaben bestreiten zu können, könnten Sie das auch anders aufteilen, um noch flexibler zu sein. Zum Beispiel etwas auf einem Tagesgeldkonto, an das sie jederzeit drankommen. Einen anderen Teil in dem gewohnten festverzinslichen Rahmen von 12 Monaten und dazu eine zum Beispiel auf 24 oder 36 Monate gebundene Summe, um noch den einen oder andere Prozentpunkt mehr zu bekommen.
Mein Mann und ich, beide Rentner (70 Jahre alt) haben 1/2 unserer Ersparnisse für 4 Aktienfonds bei Union Investment investiert (unilmo Deutschland; UniNachhaltig Aktien global; uniSektor High Tech A; und UniNordamerika). Ist es ein unkalkulierbares Risiko in diesen unsicheren Zeiten - in unserem Alter unser Geld so anzulegen? Ich denke, das ist bestimmt ein Thema welches Senioren brennend interessiert.
Heckel: Grundsätzlich ist es ratsam, mit steigendem Alter eher Schwankungsrisiken zu vermeiden, wenn das investierte Geld benötigt werden könnte. Da sie aber nur die Hälfte Ihrer Ersparnisse in Aktienfonds investiert haben und der Rest wahrscheinlich flexibel verfügbar ist, kann es auch mit 70 Jahren durchaus Sinn machen, noch die langfristigen Chancen am Aktienmarkt für sich zu nutzen. Die Aufteilung auf verschiedene Märkte ist zu befürworten. Ob das genau die von Ihnen gewählte sein sollten, ist letztlich Geschmackssache. Wir äußern uns in diesem Rahmen nicht zu einzelnen Produkten. Aber es wäre grundsätzlich interessant, sich einmal anzusehen, wie stark unter dem Strich Ihre Konzentration zum Beispiel auf US-Werte ist und ob es sinnvoll sein könnte, sich hier noch etwas globaler aufzustellen, um Einzelrisiken in einer Region zu verringern.
Wir müssen ein Grundstück verkaufen (Stadt macht Gewerbegebiet). Der Erlös wird ca. 400.000 Euro sein. Wie können wir das Geld am sichersten und sinnvollsten anlegen? Macht es Sinn, einen Teil den zwei erwachsenen Kindern zu geben?
Heckel: Wenn Ihnen die Sicherheit besonders wichtig ist, wären Festgelder, Renten-ETFs oder Bundesanleihen eine sinnvolle Wahl. Wenn Sie eher an die finanzielle Zukunft Ihrer Kinder denken, könnte es sich rentieren ein bisschen mehr auf Chancen zu setzen. Etwa mit defensiven Mischfonds, einem kleine Goldanteil oder einer kleinen Aktienauswahl. Durch den längeren Anlagehorizont fallen dann Schwankungen nicht so stark ins Gewicht.
Ich habe eine Riester-Rente von Union Investment und eine Betriebsrente von Wüstenrot. Beide Produkte bringen seit Jahren keine Rendite. Bei Corona war man in Aktien und beim Russland-Krieg in Renten übergewichtet. Irgendwie stimmt das Timing bei beiden Produkten nicht. Was sollte man mit diesen Altersvorsorge Produkte tun?
Heckel: Auf die einzelnen Produkte können wir in diesem Rahmen nicht eingehen. Im ersten Schritt sollten Sie prüfen, ob Sie bei den bestehenden Verträgen überhaupt vorzeitig drankommen oder ob es bei der Betriebsrente alternative Produkte gibt.
Meine Tochter hat von ihrem Vater einen Betrag von 50000 Euro geerbt und möchte das Geld anlegen. Hierfür hätten wir gerne eine Empfehlung. Hier die Rahmenbedingungen: Sie ist 30 Jahre alt, lebt in Hamburg, weiterer Lebensmittelpunkt noch unklar. Sie braucht das Geld nicht für den Unterhalt, möchte sich aber die Möglichkeit offen halten, Teile davon (z.B. 1000 Euro jährlich) für Urlaub zu nutzen. Eine private Rentenversicherung hat sie nicht und auch kein weiteres Vermögen.
Heckel: Um flexibel zu bleiben, könnte Ihre Tochter einen Teil in schnell verfügbares Tagegeld investieren. Eine weitere Summe könnte in festverzinsliche Angebote fließen und mit einem eher für später gedachten Betrag, könnte ein Mischfonds eine langfristig rentabel Alternative sein, etwa für die Altersvorsorge.
Ich bin im Ruhestand und möchte keine zu hohen Risiken bei der Geldanlage eingehen. Ich möchte keine Aktien als Einzeltitel erwerben. Ich besitze schuldenfreies Wohneigentum. Vermögensaufteilung: Ich besitze ca. 300.000 € Vermögen. Davon sind 40 % zwei MSCI-Welt Aktienfonds angelegt. 10% in einem deutschen Aktienfonds (Unifond). 50% sind als Tages- und Festgeld bei diversen europ. Banken (Einlagensicherung 100.000 €) über Weltsparen.de angelegt. Zinssätze 2,1 - 3,0 % Wie kann ich meine Geldanlage optimieren? Wäre eine Investition in eine Immobilie (z.B. Eigentumswohnung als Vermietobjekt) sinnvoll?
Heckel: Mit Ihrer momentanen Vermögensaufstellung sind Sie bereits gut aufgestellt. Attraktive Immobilien in guten Lagen sind momentan eher schwer zu finden. Sie sollten auch nicht vergessen, die Bewirtschaftung eines Mietobjekts ist mit Aufwand verbunden, der mit den Jahren nicht leichter wird.
Wie legt man am besten 10000 Euro an mit wenig Risiko oder Risikostufe 1 . Sind offene Immobilienfonds empfehlenswert oder sind diese in der Haltedauer sehr teuer (Gebühren mäßig.) Was würden sie empfehlen?
Heckel: Offene Immobilienfonds sind derzeit nicht die erste Wahl beim Thema Sicherheit. Wollen Sie wirklich hauptsächlich eine sichere Anlage, auf die sie jederzeit flexibel zugreifen können, wäre Tagesgeld eine sinnvolle Option.
Ich habe zum heutigen Zeitpunkt etwas mehr als 100.000 €, ich bin 66 Jahre alt. Brauche die nächsten 6-12 Monate ca. 50.000 davon möchte das Geld aufteilen, für mich und ein Teil für meine Enkel 5/5/6/11 Jahre. ETF? Wie geht das genau? Sinnvoll? Wie kann ich sicher sein wenn ich Tagesgeld per Internet an eine Bank sende, das die Bank existiert! Das Konto real ist das das Geld dort ankommt und sicher ist. Ich lese viel über Manipulation im Internet, bin sehr verunsichert. Wieviel würde eine persönliche Beratung kosten?
Heckel: Tagesgeld ist für Ihr Vorhaben die richtige Wahl. Solche Angebote gibt es nicht nur im Internet, sondern auch von Banken vor Ort und wenn Sie dort ein Konto eröffnen, wird in der Regel auch die Beratung nichts extra Kosten.
Ich bin 55 Jahre alt und habe derzeit ein Geldvermögen von ca. 300.000 EUR, das ich im Ruhestand zur Aufstockung meiner Altersbezüge nutzen möchte. In fünf Jahren kann ich die voraussichtliche Restschuld von 90.000 EUR für eine Eigentumswohnung ablösen. Zudem plane ich, in den nächsten fünf bis zehn Jahren eine altersgerechte Wohnung zu kaufen. Derzeit habe ich den o. g. Betrag als Festgeld und in Tagesgeld-Sonderangeboten angelegt und erziele dadurch eine Bruttoverzinsung von 3,1 % - Tendenz: fallend. Zu welchen Alternativen bei der Anlage des Geldes raten Sie mir? Kommen z. B. ETF’s bei einer Anlagedauer von rund zehn Jahren überhaupt in Frage?
Heckel: Bundesanleihen oder Renten-ETFs mit mittleren Laufzeiten, die Ihnen das aktuelle Zinsniveau noch etwas sichern, wären eine Alternative. ETFs auf Aktien wären für Ihre Anforderungen eher etwas als Beimischung, wenn Sie die möglichen Schwankungen aushalten können.
Im Sommer wir eine Kapitallebensvers. i.H.v. rd. 50 T€ fällig. Meine Frau und ich werden dieses Jahr beide 60 Jahre alt und müssen noch ein paar Jährchen arbeiten. Das Geld wird -neben anderen Mitteln, die derzeit überwiegend in kurzfristigen Festgeldkonten angelegt sind- aktuell nicht benötigt. Da wir gerne Reisen, möchten wir uns ggf. in ca. 3 Jahren ein Wohnmobil zulegen und größere Reisen tätigen. Ein Fond bei der Union i.H.v. rd. 40 T€ besteht ebenfalls seit längerem. Macht es Sinn jetzt in ETF’s einzusteigen oder wie können wir die nächsten drei Jahre mit einem Anlagebetrag von ca. 100 T€ sinnvoll überbrücken?
Heckel: Wenn Sie in drei Jahren die 50.000 Euro brauchen, wären Festgelder, Bundesanleihen oder Renten-ETFs mit kurzen Restlaufzeiten eine gute Wahl. ETFs auf Aktien eignen sich nur bei einem längeren Anlagehorizont und einer gewissen Risikotragfähigkeit.
Mein Mann ist im Oktober verstorben. Ich bin 77 Jahre alt. Mein Mann hatte verschiedene Aktienfonds bei Union Inverstment. Mein Bankberater riet mir zu einem Auszahlungsplan. Es sind ca. 140000 auf dem Konto. Macht ein Auszahlungsplan Sinn? Oder fallen da wieder hohe Gebühren an.
Es geht um Uniimmo Europe, Nachhaltig Aktien Europe , UniValue Fond Global net A, Uniimmo aeuropa, BBBank Kontibutität Union, unikal konservativ net A, Uniglobal net. Was raten sie mir, was ich tun soll.
Heckel: Ein Auszahlplan ist nur sinnvoll, wenn Sie monatlich zusätzliches Geld benötigen für Ihren Lebensunterhalt.
Macht es in unserem Lebensalter ( 64 und 70 Jahre) Sinn, den Aktienanteil des Depots deutlich zu verringern (Anteil von dann noch ggfs 25 %) und eine Umschichtung in Anleihen oder Festgeld vorzunehmen? Sollte aufgrund der aktuellen Situation in den USA der ETF des MSCI World (mit hohem Anteil amerikanischer Titel) umgeschichtet werden in alternative ETFs? Können Tages- oder Festgeldangebote über "Weltsparen" als sicher angesehen werden und eine Alternative für gängige Hausbanken (z. B. Sparkassen, Volksbanken) sein?
Heckel: Ein Anteil von 25 Prozent Aktieninvestments in einem Portfolio ist in Ihrem Alter grundsätzlich nicht zu hoch, insbesondere wenn Sie eine gewisse Reserve an schnell verfügbarem Geld haben. Die US-Gewichtung kann man durchaus kritisch sehen, aber sollte die Weltwirtschaft aufgrund der Trump-Politik in eine Rezession steuern, werden auch Aktienanlagen aus anderen Regionen leiden. Eine Alternative zu den Festgeldangeboten könnten auch ETFs auf festverzinsliche Wertpapiere sein.
Meine 91 jährige Mutter hat einen größeren Geldbetrag auf ihrem Konto. Welche Anlageform wird angesichts des Alters empfohlen. Zugriff für plötzliche Pflege etc. muss ja gewährleistet sein.
Heckel: Das kommt auf die Höhe des Geldbetrags an, den Sie für eine plötzliche Pflegesituation einkalkulieren. Wenn Sie hier auf einem Tagesgeldkonto eine Reserve für zwei bis drei Jahre aufbauen, könnten darüber hinausgehende Summen mittelfristig angelegt werden. Beispielsweise in Bundesanleihen oder Renten-ETFs.
Ich bin 65 Jahre alt und habe keine staatliche Rente, dafür habe ich mein Erspartes in Immobilien, Gold und ETF investiert. Ich gehe jetzt in Rente und habe das geerbte Einfamilienhaus meiner Eltern verkauft. Ich habe ca. 400´000 Euro, die ich sicher anlegen will, auch als Teil meiner Rente für die nächsten Jahre und vielleicht Jahrzehnte. Die Mieteinahmen alleine reichen für meine Rente nicht aus. Das ersparte Kapital werde ich also langsam aufzehren müssen. Wie sollte ich das nicht benötigte Geld fürs Erste sicher und gewinnbringend anlegen?
Heckel: Hier macht eine Aufteilung Sinn: Ein Teil in Tagesgeld, eine Summe mittelfristig in festverzinsliche Anlageformen und der erst spätere benötigte Betrag könnte in Mischfonds fließen. Wenn Sie auch bereit sind. Schwankungen auszuhalten, könnte auch ein Teil in Aktienfonds angelegt werden, die langfristig noch bessere Renditechancen bieten.
Immer gearbeitet allein erziehende Mutter zweier erwachsenen Töchter Jahrgang 59 Viel zu niedrige Rente ab 2026 - ( 900 Euro ungefähr) !!! Gerade eine Wohnung geerbt ( evt 200.000/max 250.000 im Wert ) - in der ich selbst lebe bisher - und 100.000 - noch nicht angelegtes Vermögen- ( Tagesgeldkonto) Wie kann ich meine Zukunft so gestalten dass es zum Leben reicht und mein gespartes Geld nicht auf der Bank nach und nach verschwindet. Da ich nicht wirklich einen Puffer habe - und schon ganz bald im Rentenalter sein werde- kann ich mir nicht wirklich - Risiko und - Spekulation- erlauben?
Heckel: Einen Teil ganz flexibel auf dem Tagesgeldkonto zu haben, ist sicher sinnvoll. Daneben könnten Sie auch etwas länger festverzinslich anlegen, um mehr Rendite zu erzielen. Wenn Sie bereit sind auch ein gewisses Schwankungsrisiko einzugehen, wären auch Mischfonds für eine Teil Ihres Ersparten eine gute Option.
Meine Frau (56 Jahre) und ich (65 Jahre und in Rente) haben im Moment auf dem Festgeldkonto der VOBA einen knapp 6-stelligen Betrag liegen. Davon möchte ich ca. 30.000 - 40.000 anlegen. In Aktienfonds möchte ich das Geld nicht investieren, der Anlagehorizont ist mir zu lange. Außerdem haben wir Fonds bei der VOBA und bei einem anderen Institut, von denen wir im Moment noch 3 besparen. Welche Möglichkeiten habe ich wenn das Geld auf ca. 5 oder weniger Jahre angelegt werden soll?
Heckel: Festverzinsliche, Renten-ETFs oder defensiv bis ausgewogene Mischfonds sind hier Optionen. Was hier für Sie persönlich am besten in Ihrer bisherigen Struktur passt, müsste man sich genauer ansehen.
Welche ETF`s empfehlen Sie derzeit?
Heckel: Der ETF, der zu Ihrer persönlichen Situation, zu Ihrem Anlagehorizont und Ihrer Risikoneigung am besten passt. Zu einer tiefergehenden Beantwortung Ihrer Frage bräuchte ich weitere Informationen.
Die Schuldenquoten in Europa steigen auf historische Maße. Werden die Ratings (S&P) gehalten werden? Steigen die Renditen für europäische Staatsanleihen(Chancen für Anleger)??
Heckel: Grundsätzlich könnte die jetzt angedachte höhere Verschuldung in Europa zu Inflation führen und das wieder zu höheren Zinsen. Allerdings wissen wir aus der Historie, dass die EZB über Instrumente verfügt, das Zinsniveau nach unten zu drücken, insbesondere wenn die Schuldenlast für die Staaten zu hoch wird – unabhängig von den Ratings.
Unsere Eigentumswohnung haben wir verkauft vor einiger Zeit. Nun legten wir gerade einen Teil des Geldes in Sparbriefe an. Voba z.Zt. 2%. Sparkasse gerade mal 1,55% für 1 Jahr. Wir sind 73 Jahre und was würden sie uns raten. Einen Kauf einer kleinen Immobilie . Großes Risiko möchten wir nicht eingehen. Des weiteren wurde meiner Tochter empfohlen die für Ihre 2 Kinder 8 und 11 Jahre Geld in Fond anzulegen. Gemischte/-Aktienfonds gemischt weltweit sowie ich es verstanden habe. Was raten sie?
Heckel: Passende Immobilien zu einem attraktiven Preis sind derzeit schwer zu finden. Sparbriefe sind grundsätzlich für Ihre Situation durchaus eine sinnvolle Anlageform, bei der es sich immer lohnt Konditionen zu vergleichen. Auch bei kurz laufenden Bundesanleihen ist das Zinsniveau auch nicht deutlich höher. Die Empfehlung für Ihre Enkel, in gemischte Fonds und weltweit anlegende Aktienfonds zu investieren, erscheint aufgrund des langen Anlagehorizonts sinnvoll.
Die ETF haben ja mächtig eingebüßt. Soll man sie trotzdem stehen lassen? Welche alternativen Anlagemöglichkeiten gibt es? Was halten Sie von Schuldverschreibungen und von EtC silber?
Heckel: Es gibt eine sehr große Vielfalt von ETFs, deswegen kann man nicht pauschal sagen, dass sie alle mächtig eingebüßt haben. Da ich die ETFs nicht kenne, in die Sie investiert sind, kann ich Ihnen dazu keinen Rat geben. Als alternative auf Silber zu spekulieren, ist mit Risiken und möglichen hohen Schwankungen verbunden, da sollten Sie sich gut überlegen.
Ich habe so ca. 15000€ , teils auf Giro- und Teils auf Sparkonto, angespart. Wo es leider sinnlos "rumliegt" Wie kann ich es am Besten anlegen ( ETF;Tagesgeldkonto; oder?) , daß ich jederzeit Geld vom Konto abheben kann und trotzdem Zinsen dafür bekomme. Auch die Gebühren sollten nicht so hoch sein, daß es die Zinsen wieder neutralisiert.
Heckel: Wenn Sie wirklich täglich Verfügbarkeit haben wollen, bleibt Tagesgeld für Sie die erste Wahl. Mit Renten-ETFs könnten Sie höhere Verzinsungen erzielen, aber da kann es leichte Kursschwankungen und Transaktionsgebühren geben, das sollten Sie einkalkulieren.
Wir sind beide 77 u. 83 Jahre alt, wohnen in einer Eigentumswohnung und haben ca. 400.000 € gespart und jeweils 1/3 in Sparanlagen, Aktien und Fonds angelegt. Sollten wir das Geld anders verteilen oder in Immobilien anlegen?
Heckel: Ihre Vermögensaufteilung ist gut. Jetzt eine Immobilie zu finden, die hier eine Verbesserung bringen würde, ist sicher nicht einfach.
Ich habe aus einer Fondsanlage 100.000 Euro ausbezahlt bekommen. Eigentlich war der Plan das Geld in Aktienfonds anzulegen und monatlich einen Auszahlungsbetrag von 400 Euro für meine Rente zu entnehmen. Ich bin 65 Jahre, habe also keine Zeit abzuwarten bis der Markt sich irgendwann wieder erholt oder stabiler ist. Aufgrund der schlechten und ungewissen Zeiten weiß ich nicht, ob dies noch eine gute Idee ist. Was würden sie mir raten?
Heckel: Alternativ zu einem Auszahlplan aus einem Aktienfonds, könnten Sie hier als Basis auch einen Rentenfonds oder einen defensiven Mischfonds wählen. Dann hätten Sie Ihr Anlagziel erreicht und müssten mit weniger Schwankungen leben.
Geld anlegen in Form von, einem Geschäft kaufen. Es handelt sich hier um ein Friseurgeschäft mit Jahresumsatz von ca. 110.000,00-120.000,00 Euro. beabsichtigt ist, von mir das Geschäft zu einem Asset Deal zu kaufen, obwohl die letzten 3-5 Jahre für die Verkäuferin die schlechtesten Geschäftsjahre waren. Bedingt durch Corona + Krankheit. Was muss ich beachten, um einen gerechten Kaufpreis zu erhalten.?
Heckel: Ohne weitere Details lässt sich Ihre Kaufoption nicht bewerten. Sich hier Rat von einem Steuerberater einzuholen, könnte sehr hilfreich sein.
Wie können 500.000€ derzeit angelegt werden? Bin 48 Jahre verh., beide berufstätig, 3 Kinder, eigenes Haus als Wohnimmobilie und 2 Eigentumswohnungen vorhanden. Kein großes Risiko erwünscht.
Heckel: Wenn Sie einen etwas längeren Anlagehorizont haben, könnten festverzinsliche Wertpapiere, ausgewogene Mischfonds und auch gegebenenfalls ein kleiner Aktien- und Goldanteil eine gute Mischung sein. Welche Aufteilung sie hier genau wählen sollten, könnte eine unabhängigen detaillierte Vermögensanalyse aufzeigen.
Meine Frage an Sie: Wie soll ich die Beträge von mehreren Lebensversicherungen ( die werden dieses und die nächsten 3 Jahre ausbezahlt) anlegen. Ich bin 62 Jahre jung und gehe mit Abschlägen nächstes Jahr in Rente. Da ich selbstständig war, habe ich dort nicht viel eingezahlt, drum bilden die Lebensversicherungen meine Altersversorgung. Falls ich wie mein Vater 92 Jahre alt werden sollte, dann reichen die Beträge der Lebensversicherungen nicht. Darum sollte sich das Geld mit der Zeit vermehren. Vielleicht haben Sie ja einen Tip. Gerade in weltwirtschaftlich schwierigen Zeiten ( s.Trump etc) ist es schwierig, verlässliche Renditen zu erwirtschaften. Physisches Gold besitze ich schon und den ETF msci World ebenso.
Heckel: Mit diesen beiden Anlagen, haben Sie schonmal einen guten Grundstock. Wenn Trump so weitermacht, gibt es vielleicht in drei Jahren, wenn Ihre Lebensversicherung fällig wird, attraktive Einstiegsmöglichkeiten. Dies sollten Sie sich nochmal kurz vor Auszahlung der Lebensversicherung genau durchdenken und gegebenenfalls Beratung einholen.
Ihr Tipp zur möglichen (längerfristigen) Vermögensanlage: 4 köpfige Familie, Eltern beide Ärzte jährliches Bruttoeinkommmen gesamt ca. 200.000 Euro. 2 Kinder, Wohneigentum EFH in Freiburg Umland, in ca. 8J vollgetilgt, monatliche Restraten 1000 Euro, bei Sondertilgung früher. Liquides, Anlage-freies Vermögen (abzüglich Sicherungsliquidität): ca. 50.000-100.000 Euro (falls Erbe…auch mehr). In was würden Sie aktuell als sichere/konservative (Fest)anlage investieren? Aktien(fonds), Bitcoin…???, ETF..
Heckel: Die von Ihnen genannten Möglichkeiten können in einem entsprechenden Mischungsverhältnis eine gute Basis sein. Wenn Ihr Fokus auf konservativen Anlagen und dem Thema Sicherheit liegt, wären eher Renten-ETFs und defensive Mischfonds zu bevorzugen. Bitcoin ist eine spekulative Anlagen mit großen Chancen aber auch großen Risiken. Von daher sollten sie sich hier eher mit kleineren Beträgen herantasten.
Ich gehe in 1 Monat in Rente. Von einer Schweizer Pensionskasse stünden mir neben verschiedenen Renten, 300000 SFR in bar zu. Wie soll man das Geld am besten anlegen bei gleichzeitiger Verwertung mit Zeithorizont 20 Jahre?
Heckel: Aufgrund der Höhe des Betrags, wäre eine breite Aufteilung des Vermögens anzuraten. Eine Mischung aus Tagesgeldanlegen, festverzinslichen Wertpapieren, defensiv bis ausgewogenen Mischfonds und einen kleineren Teil in Aktien und Gold. Das würde eine gute Balance aus Flexibilität, Stabilität und Chancen bringen.
Ich bin Krankenschwester, 57Jahre alt und habe mein Erspartes auf dem Tagesgeldkonto der Sparkasse. Ich weiß, dass das nicht sehr sinnvoll ist, habe mich aber noch nicht an ETFs oder Investmentfonds getraut. Außerdem habe ich in DEKA Fonds investiert. Hier würde ich gerne von Ihnen wissen ob es sinnvoll ist diese aufzulösen und in günstigere ETFs zu investieren? Ist es jetzt überhaupt ein guter Zeitpunkt etwas anzulegen?
Heckel: Die DEKA bietet eine große Auswahl an Fonds in verschiedenen Anlagekategorien an, ohne weitere Informationen ist hier kein Urteil möglich. Die aktuelle Verunsicherung an den Märkten, bietet auf der anderen Seite auch immer günstige Einstiegsmöglichkeiten. Entscheiden ist hier Ihre persönliche Risikoneigung und Ihr Anlagehorizont.
Hallo zusammen, ich habe 100.000 € in Tagesgeld angelegt, kann jeden Monat noch 1000€ sparen und arbeite noch bis zu meinem Ruhestand 18 Monate. Dann sieht es eher bescheiden aus. Ich bin verheiratet, meine Frau bekommt eine Rente von ca. 700€ und ich dann von ca. 1400€
Sollte ich in meiner Geldanlage etwas ändern? Für ihren Vorschlag bin ich dankbar.
Heckel: Wenn Sie auf dem Tagesgeldkonto eine Reserve behalten, die Ihnen die nächsten fünf Jahre ausreicht, könnten Sie das darüber hinausgehende mit etwas mehr Renditechance anlegen. Zum Beispiel in festverzinsliche Wertpapiere, defensive Mischfonds oder Renten-ETFs mit kurzen Restlaufzeiten.
Ich habe nach einem Immobilienverkauf gerade die Summe von ca 100.000€ bekommen. Was raten Sie mir, wie ich dieses Geld längerfristig anlegen könnte? Gerne möchte ich bei der Geldanlage Nachhaltigkeitskriterien beachten. Des Weiteren möchte ich für meine beiden Kinder (14J, 20J) jeweils 30.000€ mittelfristig anlegen. Kriterien wären ebenfalls Nachhaltigkeit und Sicherheit. Ist die Anlage in ETF noch sinnvoll bei aktueller Börsenlage?
Heckel: Wenn Nachhaltigkeit und Sicherheit bei der ETF Anlage im Vordergrund stehen, könnten ETFs auf Euro Green Bonds (von Unternehmen emittierte Anleihen mit Nachhaltigkeitszweck) eine Idee sein. Aufgrund der aktuellen Börsenlage könnte es auch sinnvoll sein, den Anlagebetrag zeitlich gestaffelt zu investieren.
Wir möchten 25.000,00€ sicher anlegen. Jedoch nicht länger als 2-4 Jahre. Was können Sie uns empfehlen?
Heckel: Für Sie sind festverzinsliche Wertpapiere eine Option oder Renten-ETFs mit kurzen Restlaufzeiten.
Ich bekomme z.Z. immer wieder Angebote zur Anlage von Festgeld von sogenannten Finanzdienstleistern, die 4 bis 5 % Zinsen versprechen. Was halten Sie von solchen Firmen? Wie kann ich prüfen, ob es seriöse Angebote bzw. Firmen sind?
Heckel: Die Höhe des Zinsniveau signalisiert eine eher schwächere Bonität der Anbieter. Warum sollte eine Firma 5 Prozent zahlen, wenn bonitätsstarke Firmen nur 2-3 Prozent bezahlen. Mit anderen Worten, das könnte riskant sein, hier zu investieren. Ob so etwas seriös ist oder nicht, lässt sich nur im Einzelfall bewerten.