Lehrercoaching
Das System Schule muss auf den Prüfstand
Werner Fritzen-Winkel (Dachsberg-Urberg)
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Endlich: eine aufschlussreiche Reportage! Endlich wird professionelles Konflikt-Coaching als Methode für das bis dato allein gelassene Lehrpersonal als Hilfe angeboten und damit die Stress-Situation im Schulalltag gezeigt.
So wurde also mit der oft beschworenen einzigen "Ressource" wohl in ganz Deutschland umgegangen. Da stellen sich einige Fragen: Wo bleibt die Fürsorgepflicht der vorgesetzten Ebenen? Und wer steigt in die Lehr-Hierarchie auf und mit welcher Führungskompetenz inklusive Konfliktmethodik – und ist die dabei überhaupt ein Thema?
Durchlaufen diese Hierarchien Assessment Center – wie in der Wirtschaft üblich? Oder herrscht überhaupt personaler Notstand?
Ist Konfliktmanagement/-methodik ein Thema z. B. des PH-Studiums oder Ähnliches – und in welchem Umfang? Wie die Reportage aufzeigt, wäre Konfliktkompetenz wohl die Schlüsselkompetenz, um ein Scheitern im Schulalltag vorzubeugen.
Jedes Wirtschaftsunternehmen hätte bei diesem Personalschwund durch Krankheit, Frühpensionierung, Aussteiger et cetera längst ein Existenzproblem. Wird hier Personalführung auf Selbstausbeutung von (einst) hochmotiviertem Lehrpersonal betrieben? Ergo, überforderte Lehrkräfte erbringen wenig qualitative Aus- und Weiterbildung. Politisch wird über Fachkräftemangel lamentiert – letztlich ist es ein strukturelles Desaster, aber ohne genügend politische Brisanz. Deutschland mit Bildung als "einzige Ressource": Quo vadis?
Das ganze System Schule/Ausbildung in Deutschland muss auf den Prüfstand – Thema: Konfliktfestigkeit des Systems! Was, wenn sich nichts gravierend ändert? Bei Konflikten heißt die letzte Eskalationsstufe "Gemeinsam in den Abgrund" (so der öster. Konfliktforscher Friedrich Glasl).
Werner Fritzen-Winkel, Dachsberg-Urberg