Naturschutzbund Deutschland

Steinkäuzen im Kreis Lörrach setzen Regen und Pipeline-Bau zu, stellt der Nabu fest

Die Kreisgruppe Lörrach des Naturschutzbunds Deutschland blickt positiv auf 2024 zurück. Sie hat einiges erreicht.  

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Auch Exkursionen gehören zum Programm des Nabu in Lörrach.  | Foto: Alexandra Günzschel
Auch Exkursionen gehören zum Programm des Nabu in Lörrach. Foto: Alexandra Günzschel

Die Geburtshelferkröte, Kreuzkröte und sogar der beliebte Steinkauz sind im Dreiländereck fast verschwunden. Den Erhalt dieser und vieler anderer Arten hat sich die Lörracher Kreisgruppe des Naturschutzbund Deutschland (Nabu) auf die Fahnen geschrieben. Bei der Mitgliederversammlung zog wer kürzlich eine in weiten Teilen positive Bilanz, teilte er mit.

"Unsere Amphibiengruppe hat 2024 mit rund 20 ehrenamtlichen Helfern 511 Arbeitsstunden geleistet", wird Stefan Kaiser in der Mitteilung des Vereins zitiert. Unter seiner Regie betreuen sie 15 Grundstücke mit 30 Teichen für Molche und seltene Kröten. Belohnt werden sie mit zunehmend stabilen Populationen: 2024 wurden demnach fast 60 rufende Männchen der Geburtshelferkröte gezählt, was etwa den vergangenen sechs Jahren entspreche. Das Projekt wurde 2020 mit dem Landesnaturschutzpreis Baden-Württemberg ausgezeichnet.

Bei Faltern, Schmetterlingen und Steinkäuzen sah es schlechter aus. Es wurden nur 23 Jungvögel gezählt, elf weniger als 2023. Nur acht erfolgreiche Bruten standen sechs abgebrochenen gegenüber. Der Regen und die Baustelle der Gaspipeline, die eine Schneise durch ein Brutgebiet bei Tannenkirch schneidet und für die Bäume mit Niströhren gerodet wurden, setzen den Vögeln zu.

Alpensegler nisten auch in Lörrach

Wie Kommunen und der NABU den Naturschutz fördern können, zeige das Projekt "Natur nah dran". Der Nabu Lörrach und die Gemeinde Binzen verwandelten 2024 900 Quadratmeter Grünfläche in artenreiche Lebensräume. Erfreuliches vermeldete die Jugendorganisation NAJU: Dank einer Spende konnten Exkursionen, Ferien- und Freizeitaktionen sowie der Aufbau einer neuen Kindergruppe finanziert werden. 2025 bietet sie ein buntes Kinderprogramm an.

Ein Vortrag von Manfred Schemmelmann stellte die Alpensegler in Lörrach vor. Mehrere Paare nisten am Rathaus- und am Kirchturm der Stadtkirche. Am Rathausturm soll eine PV-Anlage angebracht werden. Um die dortige Alpenseglerkolonie zu schützen, wurde der Nabu in beratender Funktion hinzugezogen. An der Stadtkirche brachten Manfred Schemmelmann und Manfred Kleis 28 Nistkästen für die Luftakrobaten an.

Leider verlor der Nabu Lörrach im vergangenen Jahr auch eine seiner prägenden Persönlichkeiten: Franz Preiss verstarb am 1. Dezember 2024 im Alter von 90 Jahren. Er "war der Begründer der praktischen Naturschutzarbeit des NABU Lörrach. Seit Beginn der 90er-Jahre initiierte er viele Projekte", erklärte Stefan Kaiser. Um sein Engagement weiterführen zu können, wirbt der Nabu um Ehrenamtliche.

Schlagworte: Stefan Kaiser, Manfred Schemmelmann, Franz Preiss
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