Schritthalten mit der Digitalisierung
Seit kurzem ist die Gewerbeschule Breisach Pilotschule für sogenannte Tabletklassen / Kreis investiert in technische Ausrüstung.
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BREISGAU-HOCHSCHWARZWALD. Die Bildung wird digitaler. 2016/17 war das erste Schuljahr an der Gewerbeschule Breisach mit dem Modellversuch "Tablets im Unterricht". Die Schule ist eine von vier im Regierungsbezirk Freiburg, die an dem Versuch teilnimmt. Über die Notwendigkeit neuer Technik im Unterricht ist man sich an der Schule bewusst. Auf die Digitalisierung der Berufswelt muss reagiert werden.
Mit Beginn des Schuljahres 2016/17 startete hier der landesweite Schulversuch "Tablets im Unterricht". Was es damit auf sich hat, schaute sich jüngst Landrätin Dorothea Störr-Ritter im "digitalen Klassenzimmer" an.
"Digitalisierung ist das Mega-Thema – Schüler und Lehrer müssen sich damit befassen", so Störr-Ritter. Und es ist ein Thema, in das investiert werden muss. Zunächst hat der Landkreis zirka 50 000 Euro in die Hand genommen, um ein Schul-WLAN einzurichten. Für die Tabletklassen braucht es eine vernünftige Internetverbindung. Die 58 Tablets für Schüler und Lehrer haben wie Laptops eine Tastatur, die aber abnehmbar ist. Über einen speziellen Stift können Notizen und Skizzen auf das Gerät übertragen werden. Rund 61000 Euro hat der Landkreis dafür bezahlt. Behörde wie Schule hoffen auf Sponsoring von den Betrieben, die mit der Schule zusammenarbeiten. "Denn", so die Landrätin, "wir sind darauf angewiesen, dass Schüler, Lehrer und Betriebe die Themen Fachkompetenz und Digitalkompetenz zu ihrem Thema machen."
Stolz auf die Tatsache, dass die Breisacher Gewerbeschule eine von nur vier Schulen im Bereich des Regierungsbezirkes Freiburg ist, die seit dem Schuljahr 2016/17 an dem Pilotprojekt teilnimmt, war nicht nur die Landrätin, sondern auch Schulleiter Norbert Meigel. "Die Digitalisierung in der Berufswelt ist da", unterstrich Meigel die Bedeutung des neuen Lernens.
Wie das neue Lernen an der Gewerbeschule aussieht, erläuterte Lehrer und Tabletklassen-Projektleiter Achim Schulz. Jeder Schüler bekäme "sein" Tablet, das ihn sowohl im Schulunterricht als auch im jeweiligen Ausbildungsbetrieb begleitet. Die Idee dahinter: Im Betrieb Erlebtes und Erlerntes kann unmittelbar in die Schule getragen werden und umgekehrt. Theorie und Praxis, Ausbildungsbetrieb und Schule wachsen so noch enger zusammen, so die Hoffnung.
Gerade in der Kfz-Branche hielte die Digitalisierung "unter Hochtouren" Einzug, wusste Schulz. Ein Ziel der Tabletklassen sei es deshalb, schlicht Schritt zu halten. "Es geht aber auch darum, die Kooperation zwischen den Schülern sowie zwischen Schule und Ausbildungsbetrieb zu stärken", betonte die Lehrkraft.
Ein über die Ausbildung hinaus gehender Effekt sei zudem die Förderung der Medienkompetenz im Allgemeinen. In dem auf fünf Jahre angelegten Pilotprojekt befände man sich derzeit in der Planungs- und Erprobungsphase, die auf ein Jahr angelegt sei. Mit dem Schuljahr 2017/18 beginne der Regelbetrieb. Nach weiteren dreieinhalb Jahren bilde eine halbjährige Evaluierungsphase den vorläufigen Schlusspunkt, erläuterte Schulz den zeitlichen Ablauf.
Was auf den Tabletts passiert, zeigte der Lehrer an Beispielen. Neben elektronischen Klassenbüchern würden auch die Berichtshefte auf dem Tablet geführt. Zudem ermögliche das Gerät direkte Recherche im Internet, in Schaltplänen und den teils sehr umfangreichen Unterlagen der Fahrzeughersteller. "Voll im Trend sind Erklärvideos", so der Pädagoge über die vor allem durch Youtube bekannten Filmchen. Diese würden von den Schülern selber erarbeitet und gedreht. Leichteres Lernen ermöglichten Simulationen, wie beispielsweise die der Kraftübertragung in einem Getriebe. "Digitale Lernbücher sind mein Lieblingsaspekt", schwärmte Schulz. Ein weiterer Lieblingsaspekt sei die seit Einführung der Tablets deutlich gestiegene Motivation bei den Lernenden. Diese konnte sich die Landrätin anschließend live in der Klasse von Werkstattlehrer Eckhard Lais angucken. Hier wurden zunächst leibhaftige Autos auf Herz, Nieren und Fehler untersucht, das Ganze digital aufbereitet und die Ergebnisse anschließend den Mitschülern präsentiert.