Leserbrief: Vergessen wir nicht, in welchem Land wir leben

Mail

Wir benötigen Ihre Zustimmung um BotTalk anzuzeigen

Unter Umständen sammelt BotTalk personenbezogene Daten für eigene Zwecke und verarbeitet diese in einem Land mit nach EU-Standards nicht ausreichenden Datenschutzniveau.

Durch Klick auf "Akzeptieren" geben Sie Ihre Einwilligung für die Datenübermittlung, die Sie jederzeit über Cookie-Einstellungen widerrufen können.

Akzeptieren
Mehr Informationen
BUNDESTAGSWAHL
Zu: "Die Lahrer Wahlkarte färbt sich blau" (BZ vom 25. Februar)
Auch mich hat das Wahlergebnis in Lahr sehr enttäuscht.Ich verstehe die Sorgen der Menschen vor drohender Arbeits- und Chancenlosigkeit, vor dem Abstieg in die Armut, vor Gewalt, Krieg und kann auch nachvollziehen, dass wir über Migration durchaus unter-schiedlicher Meinung sein können. Die etablierten demokratischen Parteien haben dazu bis heute sicher noch keine ausreichende Lösungen angeboten und sie müssen jetzt wirklich ernsthaft daran (weiter-) arbeiten.

Vergessen wir bitte nicht, in welchem Land wir leben, vergessen wir nicht unsere Geschichte und denken wir bitte bei allem auch daran, was dieser Staat uns Gutes getan hat! Reise-, Presse- und Meinungsfreiheit, freie Gewerkschaften und Parteien, die durchaus auch Fake-News und sogar Beleidigungen verbreiten dürfen, Glaubensfreiheit, ein Sozialstaat, der zugegebener Maßen nicht immer reibungslos funktioniert, der aber im Vergleich mit anderen Ländern seinen Bürgern viel mehr Eigenverantwortlichkeit abnimmt und Möglichkeiten eröffnet.

Viele deutsche Mitbürger, die von Helmut Kohl aus Russland zurückgeholt wurden, konnten hier (hoffentlich) eine neue Heimat finden. Haben diese den Neuanfang in der Bundesrepublik vergessen? Sie wurden vom Staat alimentiert, was damals auch von vielen Bürgern sehr kritisch und ablehnend betrachtet wurde. Sie wurden diskriminiert, die deutsche Zugehörigkeit wurde ihnen abgesprochen. Es wurde ihnen unterstellt, dass sie sich nicht integrieren wollen. Ihnen wurde Gewalttätigkeit unterstellt, wie heute den Migranten beziehungsweise "Ausländern", so damals den "Russlanddeutschen". Auch damals ging die Angst um. Haben sie und haben wir das alles schon vergessen?

Ich glaube wir alle, auch die Mitbürger, die dieses Mal die AfD gewählt haben, müssen verstehen, dass wir aktiv unser Land dringend mitgestalten sollten. Mischen wir uns endlich ein und retten wir unsere Demokratie. Unzufrieden zu Hause zu sitzen und alle vier Jahre zur Wahl zu gehen, das ist zum Erhalt einer gerechten Gesellschaft einfach viel zu wenig. Tun wir etwas Konstruktives, wagen wir wieder mehr und nicht weniger Demokratie!
Hans-Joachim Wagner-Rieth, Meißenheim
Schlagworte: Hans-Joachim Wagner-Rieth, Helmut Kohl
PDF-Version herunterladen Fehler melden

Weitere Artikel