Klappern am Bach
Schüler der Adolf-Reichwein-Schule in Freiburg sammelten Müll und schufen ein Kunstwerk.
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Sie sind besondere Kunstwerke. Mädchen und Jungen der Adolf-Reichwein-Grundschule in Freiburg-Weingarten haben sie mit Fundstücken gebaut, die sie zuvor aus dem Dietenbach gefischt haben. Dann wurden die Müllskulpturen in den Dietenbach-Park geschleppt und dort aufgestellt. Sie sollen den Menschen zeigen, dass solche Abfälle einfach nicht in einen Park und schon gar nicht in einen Bach gehören.
"Wir Kinder schützen unsern Bach, wer Müll hineinwirft, kriegt eins aufs Dach", haben Fabricio, Michael, Manuel, Julia, Melissa und alle die anderen gedichtet. Unübersehbar steht das handgeschriebene Schild neben den Müllmahnmalen. In großen Buchstaben wird die Aktion erklärt. Sie ist im Rahmen einer Bachpatenschaft entstanden, bei der sich die Adolf-Reichwein-Schule verpflichtet hat, den Dieten-und den Käsbach über einen langen Zeitraum im Auge zu behalten.
Jede Woche gehen die Sechs- bis Siebenjährigen mit ihrer Lehrerin Gaby Kaiser zu "ihren Bächen". Sie beobachten Fische, Vögel und Flohkrebse, säubern Nistkästen und sammeln vor allem immer wieder Abfälle aus dem Wasser. "Was die Leute so alles wegwerfen", sind die Erstklässler entrüstet. Von der Scheckkarte, über den Einkaufswagen und den alten Schlafsack - alles Mögliche haben die Kinder bereits gefunden.
"Das ist ja schlimm", säuselt auch Lilly. Lilly ist eine rothaarige Handpuppe. Sie gehört Alexander Bross. Er arbeitet bei der Stadt Freiburg, betreut die Bachpatenschaften und begleitet die Schüler immer wieder bei ihren Einsätzen. Das finden drei kleine Mädchen auch. Sie sagen: "Wir schmeißen nichts mehr einfach irgendwohin." Seit die Kinder bei der Bachpatenschaft der Adolf-Reichwein-Schule mitmachen, schimpfen sie auch schon mal zu Hause, wenn etwas achtlos in den Müll geworfen werden soll.
Zum Abschluss des Schuljahrs gab es eine Projektwoche in der Adolf-Reichwein-Schule. Die Klasse von Gaby Kaiser hat sich wieder mit den Bächen beschäftigt. Mit Gummistiefeln ausstaffiert ging es mehrere Tage lang in den Park. Sie maßen die Gewässergüte und stellten fest, dass die gar nicht so schlecht ist am Dieten- und am Käsbach. Mit Hilfe von kleinen Sieben fingen die Kinder Fliegenlarven und Strudelwürmer. Einmal ging sogar eine Bachschmerle ins Netz.
Beim Zusammensetzen der Müllskulpturen war dann sogar ein Fernsehteam dabei. "Drei Stunden haben die gefilmt", erzählt Melissa. Dass sie und ihre Kameradinnen nur kurz im Fernsehen zu sehen waren, stört sie nicht. Zum Abschluss der Projektwoche gab es ein großes Schulfest. Lehrer, Eltern und Kinder sind nachmittags an den Dietenbach gezogen, um Rosti und Schrotti den richtigen Platz zu geben. Auch die Taufe der beiden Figuren stand auf dem Programm. Sie stehen noch bis Schuljahresende dort. Dann ziehen sie in die Schule zurück.
Ulrike Ehrlacher-Dörfler
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