Fastnacht
Mit Brauchtum nicht zu legitimieren
Lothar Käser (Schallstadt)
Wir benötigen Ihre Zustimmung um BotTalk anzuzeigen
Unter Umständen sammelt BotTalk personenbezogene Daten für eigene Zwecke und verarbeitet diese in einem Land mit nach EU-Standards nicht ausreichenden Datenschutzniveau.
Durch Klick auf "Akzeptieren" geben Sie Ihre Einwilligung für die Datenübermittlung, die Sie jederzeit über Cookie-Einstellungen widerrufen können.
AkzeptierenMehr Informationen
Die Szene, die Frau Ihle vom Südwestfunk bei einer Reportage in Horb im letzten Jahr erdulden musste, war ganz klar übergriffig. Sie erinnerte mich an jenen Bericht im ARD-Magazin "Panorama" vom November des letzten Jahres über einen Brauch, der unter der Bezeichnung "Klaasohm" auf Borkum ausgeübt wird, und der eine ähnlich herabwürdigende, nicht hinnehmbare Behandlung von jungen Frauen beinhaltet. In beiden Fällen gab es zunächst das Rechtfertigungsnarrativ, das sei ein lokaler Brauch, auf Borkum geäußert durch die beteiligten jungen Männer, in Horb durch die Kommentatoren. Derartige Übergriffe auf Frauen mit Brauchtum zu legitimieren, ist inakzeptabel, genau so wie die zigtausendfache genitale Verstümmelung von Mädchen in vielen Teilen der Welt, die fast immer damit begründet wird, das sei als Brauch ein wichtiger, erhaltenswerter Teil der betreffenden Kultur.
Beeindruckt hat mich aber die Tatsache, dass nach dem Echo in der Presse die Rechtfertigungsversuche abgebrochen wurden. Auf Borkum werden keine Frauen mehr verhauen, die Täter von Horb wurden von ihrem Verein für eine bestimmte Zeit gesperrt und haben sich bei Frau Ihle entschuldigt. Ich gehe davon aus, dass sowohl Frau Faber-Schrecklein als auch Herr Professor Mezger als Kommentatoren dies ebenfalls getan haben.
Lothar Käser, Schallstadt