Leserbrief: Wo werden Deutsche aus Russland benachteiligt?
Norbert Kreuter (Lahr)
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Der hohe Stimmenanteil für die AfD in Wohngebieten mit großer Bevölkerung an Russlanddeutschen ist schon auffällig. Nach Frau Amann-Vogt, der AFD-Fraktionsvorsitzenden im Gemeinderat Lahr, liegt das unter anderem daran, "dass die Russlanddeutschen in Lahr sich gegenüber den Ukrainern benachteiligt fühlten." Wenn dem so ist: Als die Russlanddeutschen in den 1990er-Jahren in großer Zahl nach Lahr kamen, gab es ein sehr großes Bemühen der Stadtgesellschaft, der Stadt, von Diakonie, Caritas und anderen Organisationen, von sehr vielen Ehrenamtlichen und Helfern, diese Neubürger hier heimisch werden zu lassen, es gab eine Willkommenskultur. Erhebliche Geld- und Sachmittel wurden dafür zur Verfügung gestellt, auch für individuelle Hilfen.
Worin liegt denn die Benachteiligung der Russlanddeutschen gegenüber den Ukrainern? Die, die dieser Meinung sind, haben ihre eigene Geschichte vergessen oder wollen sie nicht wahrhaben: Zu Tausenden wurden ihre Eltern und Großeltern in der Sowjetunion verfolgt, geächtet und deportiert, zum Beispiel von der Wolga in sowjetrussische asiatische Gebiete wie Kasachstan, aber auch in die Ukraine. Dann fanden sie hier ein neues Zuhause, ihnen wurde geholfen. So wie den Ukrainern hier geholfen wird. Leiden die Russlanddeutschen deswegen Mangel?
Es steht ihnen frei, dahin wieder zurück zu gehen, von wo sie ausgewandert sind, wenn es ihnen hier so schlecht geht.
Norbert Kreuter, Lahr