Goldene Hochzeit

Ein Paar, das auch in schweren Zeiten zusammengehalten hat

Beim Fasnetsumzug lernten sie sich kennen, nun sind sie 60 Jahre verheiratet. Kurt (79) und Ursula Hasenfratz geborene Münzer (78) können heute, Donnerstag, 27. März, ihre Diamantene Hochzeit feiern.  

Mail

Wir benötigen Ihre Zustimmung um BotTalk anzuzeigen

Unter Umständen sammelt BotTalk personenbezogene Daten für eigene Zwecke und verarbeitet diese in einem Land mit nach EU-Standards nicht ausreichenden Datenschutzniveau.

Durch Klick auf "Akzeptieren" geben Sie Ihre Einwilligung für die Datenübermittlung, die Sie jederzeit über Cookie-Einstellungen widerrufen können.

Akzeptieren
Mehr Informationen
1/2
Ursula und Kurt Hasenfratz feiern Diamantene Hochzeit. Foto: Christa Maier
Eigentlich lud ein Freund ihres Mannes, der in Unadingen eine Landmaschinenlehre machte, die Hüfingerin zum Umzug in Donaueschingen ein. Doch zu dessen Nachteil und zu ihrem Glück brachte dieser seinen Kumpel Kurt mit, der ihr viel besser gefiel und sie hinterher nach Hause begleitete. "Er imponierte mir durch seine Hartnäckigkeit, wie er um mich warb", sagt sie und er fand an ihrem Humor und ihrer Ehrlichkeit Gefallen.

Jugendamt steht der Liebe im Weg

Bald wurde die damals 16-Jährige schwanger. Einer Hochzeit stimmte das Jugendamt als Vormund des damals 17-jährigen Adoptivkindes mit der heute kaum nachvollziehbaren Begründung nicht zu, dass er mit seinem Einkommen ja auch so für das Kind Unterhalt zahlen könne. Erst als das zweite Kind unterwegs war, durften sie heiraten. In der Konvikt-Kapelle in Donaueschingen gaben sie sich das Ja-Wort. "Es war ein herrliches Wetter, die Bauern fuhren überall Mist", erinnern sich die Eheleute schmunzelnd. Drei Tage nach der Eheschließung wurde der junge Familienvater zur Bundeswehr eingezogen.

"Ich war wie vor den Kopf geschlagen, schon weil es außer mir wohl alle gewusst haben"

Geboren wurde Ursula Hasenfratz in Heidelberg, sie kam als Sechsjährige nach Hüfingen. Fünf Jahre arbeitete sie bei Metz in Bräunlingen, dann 33 Jahre bei der Firma Ricosta. Kurt Hasenfratz erfuhr erst bei der Führerscheinbeantragung, dass er in Oberndorf geboren und mit zwei Jahren adoptiert wurde. "Ich war wie vor den Kopf geschlagen, schon weil es außer mir wohl alle gewusst haben", sagt Hasenfratz. Seine leiblichen Eltern hatte er nie kennengelernt und wollte es später auch nicht. "Ich hatte gute Eltern, die mich wie ihr eigenes Kind annahmen", sagt er. Allerdings konnte er den Wunsch seiner kinderlosen Adoptiveltern, die Nachfolge für ihr Baugeschäft anzutreten, wegen einer Kalkallergie nicht erfüllen. So verdiente er als Kraftfahrer bei Wintermantel seinen Lebensunterhalt.

Zahlreiche Prüfungen zu bestehen

Das Jubelpaar musste sich harten Prüfungen stellen: Der älteste Sohn kam bei einem Unfall ums Leben, der zweite starb infolge einer Suchtkrankheit und auch ein Schwiegersohn ist bereits gestorben. Ein Dachstuhlbrand 2007 hinterließ auch Spuren. Auch unschöne Lebensphasen gab es durch die Alkoholsucht des Mannes zu meistern, von der er sich vor 37 Jahren befreien konnte. Seither ist er ehrenamtlich in der Kreuzbund-Suchthilfe aktiv, war im Suchthilfenetzwerk Freiburg tätig und zehn Jahre Mitglied im Caritasrat Freiburg.

Paar engagiert sich vielfältig

Auch seine Ehefrau unterstützte ihn im alkoholabstinenten Leben durch ihre 15-jährige Tätigkeit im Kreuzbund als Angehörigen-Multiplikatorin. Seit 25 Jahren ist sie im Vorstand des VdK Löffingen engagiert, seit zehn Jahren als Vorsitzende, während ihr Ehemann als Schriftführer fungiert. Zehn Jahre war die Jubilarin Kommunionshelferin, heute übernimmt sie die Geburtstagsbesuche für das Altenwerk. Der Ehemann ist Ehrenmitglied beim Sportverein, bei dem er auch einige Jahre als Schiedsrichter fungierte. Auch ist er Gründungsmitglied der Unadinger Urhexen, die er zehn Jahre als Hexenvater führte. Als Gründungsmitglieder der Hansele-Gruppe lief sie dort 30 Jahre und er 20 Jahre mit.

Gesundheitlich ist es um beide nicht sehr gut bestellt: Der Jubilar hat drei Herzinfarkte und vor einigen Wochen eine Hüftoperation hinter sich. Seine Ehefrau leidet infolge eines Gendefekts an einer Leberzirrhose. Dass sie zu zwei ihrer fünf Enkelkinder keinen Kontakt haben, zehrt auch an ihrem Gemüt. Dennoch schauen sie nach vorne und haben bescheidene Wünsche: "Wir hoffen, dass wir noch etliche Male in Urlaub nach Bayern fahren können." Dort wohnt einer ihrer fünf Enkel und zwei von neun Urenkeln. Die Diamantene Hochzeit feiern sie mit 30 Gästen im "Hirschen", wobei eine kleine Feier in der Weiler Kapelle vorausgeht. Diese werde von Tochter Renate organisiert, die mit ihren Eltern durch "Dick und Dünn" ging. Dafür zeigt sich das Paar sehr dankbar.
Schlagworte: Ursula Hasenfratz, Kurt Hasenfratz
Zeitungsartikel herunterladen Fehler melden

Weitere Artikel