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Die AfD hält das Migrationsstöckchen hoch und (fast) alle springen drüber

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Das Programm der AfD  | Foto: Bernd von Jutrczenka (dpa)
Das Programm der AfD Foto: Bernd von Jutrczenka (dpa)
Zu: "Eine Reichsgeisterbahn rattert durchs Land", Beitrag von Matthias Deutschmann (Kultur, 7. Februar)

Die AfD hält das Migrationsstöckchen hoch und (fast) alle springen drüber. Auch Matthias Deutschmann gelingt ein schönes Sätzchen. Er hat recht, warum nicht einfach souverän lachen über die AfD?

Es gibt keinen Grund, so tiefenentspannt wie Deutschmann auf den Aufstieg der AfD zu blicken. Das hängt mit drei Aspekten zusammen.
1.) Der Normalisierung der AfD: Das stete Bewirtschaften des Flüchtlings- und Asylthemas trotz seit geraumer Zeit fallender Zahlen hat die AfD erfolgreich auf die meisten anderen Parteien und viele Medien ausgelagert. AfD-Politik wirkt also bereits jetzt, dazu bedarf sie keiner absoluten Mehrheit.
2.) Der Verharmlosung der AfD: Hier kochen einige Medien ihr Süppchen, indem sie der AfD und ihren ideologischen Spießgesellen viel Platz zur Selbstdarstellung einräumen.
3.) Der Konvergenz von Neoliberalismus und Rechtsextremismus: Den historischen Zusammenhang zwischen Austerität und Faschismus hat die amerikanische Forscherin Clara Mattei 2022 in einem Buch nachgewiesen, das in Deutschland leider viel zu unbekannt ist. Im Hier und Jetzt liefert uns Elon Musk den gruseligen Beweis, dass ein brummender Kapitalismus nicht auf eine liberale Demokratie angewiesen ist, sondern auch gut mit einem autoritären Chauvinismus kann.

Wenn der reichste Mann der Welt den ärmsten Menschen der Welt die Entwicklungshilfe zusammenstreicht, dann ist das genau die Art zugespitzter Klassenkampf von oben gegen "die da unten" und gegen "die da draußen", den uns auch die AfD in Aussicht stellt. Biodeutsche und Privilegierte werden auf eine bevorzugte Behandlung wetten. Ob es ein origineller Einfall von Matthias Deutschmann ist, den Protest dagegen als Reichsgeisterbahn zu bezeichnen? Ich finde das Bild vom AfD-Cybertruck angemessen – und das ist keineswegs beruhigend.
Florian Ruhland, Weil am Rhein
Schlagworte: Matthias Deutschmann, Florian Ruhland, Clara Mattei
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