"Viele Verbrechen werden dokumentiert": Freiburger Oberstaatsanwalt Klaus Hoffmann über seine Zeit als Ermittler in der Ukraine
Der Freiburger Oberstaatsanwalt Klaus Hoffmann hat in der Ukraine zweieinhalb Jahre in Ermittlerteams der EU und der USA geholfen, Kriegsverbrechen zu dokumentieren und aufzuarbeiten. Nun ist er wieder zurück in der Heimat und spricht darüber im Interview.
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BZ: Herr Hoffmann, waren Sie in den zweieinhalb Jahren in der Ukraine in gefährlichen Situationen?
Ich bin nie in wirklicher Frontnähe gewesen, am nächsten dran war ich in Dnipro im Januar dieses Jahres. Damals war die Front dort nur noch um die 100 Kilometer entfernt. Da weiß man dann, dass viele Raketen der Russen dorthin gelangen. Und im Herbst war die Situation auch in Kiew brenzliger. Man bekommt das schon mit, wenn in einer Nacht 200 Drohnen und Raketen angeflogen kommen und die Luftverteidigung an Grenzen kommt. Durch das Abschießen der Drohnen fallen auch Trümmerteile herunter, allein dadurch ist es gefährlich. Das Bewusstsein für Gefahr war bei mir zuletzt deutlich stärker als etwa im Sommer vor einem Jahr, als man das Gefühl hatte, dass die Luftverteidigung in Kiew ganz ordentlich funktioniert.
BZ: Hat die Ukraine-Zeit Sie verändert?
Mich begleitet sie schon auch hier in Freiburg. Ich erinnere mich, als das Schlussfeuerwerk der Herbstmesse losging, kam ich gerade aus dem Kandelhof-Kino. Die ersten lauten Böller haben schon etwas bei mir ausgelöst, es erinnerte mich an Kiew, wenn die Luftverteidigung eine Rakete vom Himmel holte. Da kamen dann schon Bilder und Emotionen hoch. Aber ich bin jetzt ...