Mit Falten und einem Baum auf der Stirn

Die Geisterbäumlehexen aus Höchenschwand sind ein närrischer Hingucker. Um ihren Bekanntheitsgrad zu steigern, greifen sie auch zur Handykamera.  

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Die Geisterbäumlehexen  | Foto: Cornelia Liebwein
Die Geisterbäumlehexen Foto: Cornelia Liebwein
Wenn die Geisterbäumlehexen mit ihrer gebauten Pyramide das Publikum an Umzügen unterhalten und viel anerkennenden Applaus bekommen, ragen sie weit über die Menge hinaus. Noch sehen sie sich damit nicht an den Grenzen ihrer Sichtbarkeit. Immer für den großen Zunftabend im Haus des Gastes produzieren sie mit ihren Mitgliedern ein unterhaltsames lustiges, attraktives Filmchen.

"Die Kreativen sind bei uns die Damen", erklärt der Vorsitzende Roland Lütte. Die würden sich das alles überlegen und die Regie übernehmen. "Wir drehen mit der Handykamera", betont er und ergänzt: "Alles wird dreifach gefilmt, damit man unterschiedliche Blickwinkel hat." Dann werde das Material in mühevoller Kleinarbeit zusammengeschnitten. "Das macht schon viel Arbeit", gesteht er, "da gehen fürs Schneiden schon mal 30 bis 40 Stunden drauf".

Ins Höchenschwander Fastnachtsbild eingegliedert haben sich vor einigen Jahren die Geisterbäumlehexen. Sie bildeten sich aus einer gut funktionierenden Gemeinschaft aus Familie, Freunden und Bekannten, die viel Spaß an der fünften Jahreszeit haben – schon war eine gelungene Neugründung einer Fastnachtsgruppe aus der Taufe gehoben. An die Spitze wählten sie Roland Lütte. Bei ihm als Vorstand laufen die Fäden zusammen.

Es ist schon von weitem zu sehen, das Sagen umwobene Geisterbäumle auf dem Schorebord kurz vor Attlisberg, dem die Gruppe ihren Namen verdankt. Als die Mitglieder der kleinen Zunft sich zusammentaten und sich um einen Namen bemühten, war es der Baum, der für sie einen Bezug zur Heimat hat und als Namensgeber dienen sollte, erzählt Lütte. "Außerdem wollten wir in den Namen Tradition mit hineinpacken."

"Davor hat jeder von uns immer separat etwas gemacht, weshalb wir uns entschlossen haben, 2019 gemeinsam einen Verein zu gründen", erzählt er weiter. Wenn sie dann durch die Straßen fegen, schauen die Holzmasken der Geisterbäumlehexen schon etwas schaurig drein. Die Stirn neben dem geschnitzten Geisterbäumle liegt in Falten, stechende Augen nehmen das Gegenüber ins Visier. Da fehlen dann nur noch zwei aus dem Mund ragende spitze Zähne, strohblonde Zöpfe und ein Kopftuch, die das Kunstwerk umrahmen. Der Name wirkt indes eher geheimnisvoll als abschreckend. Dabei sind die Mitglieder der Geisterbäumlehexen alles andere als mystisch: In den Häs stecken etwa 20 Erwachsene und zehn Kinder. Sie kommen aus Attlisberg, Strittberg und dem Höchenschwander Berg.

Im Häs werden kräftige und leuchtende Farben kombiniert: Die Füße mit blau-weißen Socken stecken in Strohschuhen. Der rote Rock hat eine blau-weiße Schürze. Über dem warmen Pullover tragen sie eine blaue Jacke. Wie Roland Lütte verrät, wurden die Hexenmasken in der Holzbildhauerei Stiegeler in Grafenhausen entworfen und angefertigt. "Oberhalb der Augen, rechts an der Stirn wollten wir das Geisterbäumle." Die Häs lassen sie von einer Schneiderin für sich zuschneiden.

Präsent sind die Hexen am Höchenschwander Umzug oder an Umzügen in der Region, wie am Wochenende in Nöggenschwiel oder nächste Woche in Schluchsee und Grafenhausen. "Wir haben das Handicap, das wir zu wenige für einen großen Bus und zu viele für einen kleinen Bus sind. Deshalb müssen wir die Fahrten mit den Privatautos organisieren. Und daher ist es immer etwas schwierig, die ganze Mannschaft über weite Strecken von a nach b zu bringen."
Schlagworte: Roland Lütte
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